EventsVeranstaltungenPodcast
Loader

Finden Sie uns

WERBUNG

Was sind ATACMS-Raketen und könnten sie den Kriegsverlauf verändern?

HIMARS-Systeme sind in der Lage, ATACMS-Raketen abzuschießen.
HIMARS-Systeme sind in der Lage, ATACMS-Raketen abzuschießen. Copyright ANDREW LEESON/AFP or licensors
Copyright ANDREW LEESON/AFP or licensors
Von Nuno Prudêncio
Diesen Artikel teilenKommentare
Diesen Artikel teilenClose Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopierenCopy to clipboardCopied
Dieser Artikel wurde im Original veröffentlicht auf Portugiesisch

Die USA könnten bereits im Herbst #ATACMS-Raketen an Kiew liefern, was weitreichende Auswirkungen auf die ukrainische Gegenoffensive haben könnte.

WERBUNG

Die Aufstockung des ukrainischen Waffenarsenals dürfte kurz vor einem Wendepunkt stehen. Laut US-Medien könnte Washington schon bald sogenannte ATACMS Artillerie-Kurzstreckenraketen an Kiew liefern.

"Es geht nicht um kleine Gebietsgewinne, sondern um einen direkten Angriff auf die Krim."
César Pintado
Campus Internacional de Segurança e Defesa (CISDE)

"Sie kommen" -  titelte etwa  der US-Sender ABC News. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert schon seit Langem diese hochpräzisen Waffen, die eine Reichweite von 300 Kilometern haben- also mehr als die von Großbritannien und Frankreich gelieferten Marschflugkörper Storm Shadow und Scalp,

Die US-Regierung lehnte eine Lieferung der ATACMS-Raketen bislang ab. Nun deutet sich eine Kehrtwende an. Warum gerade jetzt?

Das internationale politische Schachbrett könnte sich im Jahr 2024 verändern

Laut César Pintado, Professor am Internationalen Sicherheits- und Verteidigungscampus (CISDE) in Sevilla, "ist das Ziel dieser Eskalation, dem Krieg einen Schub zu geben. Es geht nicht um kleine territoriale Eroberungen in angrenzenden Gebieten, sondern um einen direkten Angriff auf die Krim. 

2024 ist politisch gesehen ein sehr sensibles Jahr. Es finden Wahlen in den Vereinigten Staaten und Wahlen zum Europäischen Parlament statt. Es gibt andere Regierungen, die auf den Plan treten und die Akteure verändern könnten. Und das Spiel wird vielleicht nicht mehr dasselbe sein."

Keine westlichen Waffen gegen das russische Inland

Angesichts des bevorstehenden schlechten Wetters im Herbst und Winter wird das Zeitfenster für Gegenangriffe immer kleiner. Selenskyj zufolge ist der Mangel an bedeutenden Fortschritten auch auf die langsamen Waffenlieferungen des Westens zurückzuführen, die eine Voraussetzung dafür waren, dass beispielsweise das Vereinigte Königreich der Lieferung von Storm Shadow-Raketen zustimmte. 

Einige Spielregeln müssen jedoch beibehalten werden, zumindest das Versprechen Kiews,** keine westlichen Waffen gegen das russische Inland einzusetzen**. Über den neuen Verteidigungsminister Rustem Umerow, der von der Krim stammt, ist allerdings wenig bekannt.

Welche Garantien hat der Westen für den neuen ukrainischen Verteidigungsminister?

Marina Miron, Wissenschaftlerin an der Abteilung für Kriegsstudien am King's College London, sagt: "Was die Garantien angeht, so muss man darauf vertrauen können, dass die politische Führung die militärische Führung unter Kontrolle hat. Im Moment sieht es nicht so aus, als hätte die politische Führung die Kontrolle und das Vertrauen, denn wir wissen nicht, wie der neue Verteidigungsminister handeln wird, wie seine Strategie aussehen wird und was er tun wird.

Neben den USA erwägt die schwedische Regierung die Entsendung von Gripen-Kampfflugzeugen in die Ukraine, Dänemark und die Niederlande schicken sechs Dutzend F-16

Deutschland liefert 40 gepanzerte Marder-Fahrzeuge, zeigt sich bislang aber zurückhaltend bei Forderung der Ukraine nach Marschflugkörpern. Es stehe keine schnelle Entscheidung in den nächsten Tagen an, was die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern in die Ukraine betreffe, so Regierungssprecher Steffen Hebestreit.

Dafür hat Polen hat den Kauf von fast 500 zusätzlichen HIMARS-Raketenwerfern genehmigt, diedie mit ATACMS verwendet werden können.

Die Investition beläuft sich auf fast 10 Milliarden Euro, ein Drittel des ohnehin schon hohen Militärbudgets (rund 30 Milliarden Euro, 4 % des polnischen BIP, das Doppelte des von der NATO festgelegten Ziels). 

Um der russischen Bedrohung zu begegnen, wird Warschau außerdem ein Logistikzentrum im Land einrichten, um diese Raketenwerfer zu warten, und zwar nicht nur die der polnischen Armee, sondern auch die der Nachbarländer, d.h. auch der Ukraine.

Diesen Artikel teilenKommentare

Zum selben Thema

IStGH-Büro in Kiew: Selenskyj spricht von "Moment der Gerechtigkeit"

Ukrainische Kinder berichten über ihre Entführung durch Russen

1,5m hoch, 10m lang: Rumäniens neue Bunker sollen Bevölkerung Schutz bieten