EventsVeranstaltungen
Loader

Find Us

WERBUNG

Hamas akzeptiert Vorschlag für Waffenstillstand in Gaza, Israel prüft noch

Hamas-Chef Ismael Haniyeh
Hamas-Chef Ismael Haniyeh Copyright Vahid Salemi/Copyright 2024 The AP. All rights reserved
Copyright Vahid Salemi/Copyright 2024 The AP. All rights reserved
Von Diana Resnik mit AP
Diesen Artikel teilenKommentare
Diesen Artikel teilenClose Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopierenCopy to clipboardCopied

Die Hamas hat am Montag bekanntgegeben, dass sie einen ägyptisch-katarischen Vorschlag für einen Waffenstillstand akzeptiert hat. Wenige Stunden zuvor hatte Israel rund 100 000 Palästinenser aufgefordert, die Stadt Rafah zu verlassen.

WERBUNG

Die Hamas hat einen Waffenstillstand mit Israel in Gaza akzeptiert. Das hat Hamas-Chef Ismail Haniyeh in einem Telefonat mit dem Premierminister von Katar und dem ägyptischen Geheimdienstminister angekündigt. 

Katar und Ägypten haben monatelang vermittelt, um eine Einigung zu erzielen. 

Israel prüft noch den Waffenstillstandsvorschlag, wie ein israelischer Beamter mitteilte. Der von der Hamas angenommene Plan stimme nicht mit den von Israel vorgeschlagenen Rahmenbedingungen überein. Das könnte eine Einigung verhindern.

Israel hat Evakuierung aus Rafah angeordnet

Das Waffenstillstandsabkommen sieht mehrere Phasen vor. Eine davon beinhaltet die Freilassung der israelischen Geiseln im Gegenzug zu einem israelischen Truppenrückzug aus dem Gazastreifen.

Der Waffenstillstandsvorschlag der Hamas erfolgte nur wenige Stunden, bevor Israel die Evakuierung von rund 100 000 Palästinensern aus der südlichen Stadt Rafah angeordnet hatte und damit signalisierte, dass eine seit Langem angekündigte Bodeninvasion unmittelbar bevorstehen könnte.

Hilfsorganisationen warnen vor humanitärer Katastrophe

Israels engste Verbündete, darunter die USA, haben wiederholt erklärt, dass Israel Rafah nicht angreifen sollte. Die bevorstehende Operation hat weltweit Besorgnis über das Schicksal von rund 1,4 Millionen Palästinensern ausgelöst, die dort Schutz suchen.

 Hilfsorganisationen haben davor gewarnt, dass eine Offensive in Rafah die humanitäre Katastrophe im Gazastreifen verschlimmern und die Zahl der Todesopfer unter der Zivilbevölkerung noch weiter ansteigen würde.

US-Präsident Joe Biden sagte, ein Waffenstillstand mit der Hamas sei der beste Weg, um das Leben der israelischen Geiseln im Gazastreifen zu schützen.

Einnahme von Rafah für Netanjahu entscheidend

Die Hamas und der wichtige Vermittler Katar erklärten, dass die Invasion in Rafah die Bemühungen der internationalen Vermittler um einen Waffenstillstand zunichte machen würde. Tage zuvor hatte die Hamas einen von den USA unterstützten Vorschlag erörtert, der Berichten zufolge die Möglichkeit eines Kriegsendes und eines Abzugs der israelischen Truppen im Gegenzug für die Freilassung aller von der Gruppe festgehaltenen Geiseln vorsah. Israelische Beamte haben diesen Kompromiss abgelehnt und geschworen, ihre Kampagne fortzusetzen, bis die Hamas zerstört ist.

Netanjahu sagte am Montag, dass die Einnahme von Rafah, das nach israelischen Angaben die letzte bedeutende Hamas-Hochburg im Gazastreifen ist, von entscheidender Bedeutung sei, um sicherzustellen, dass die Hamas ihre militärische Kraft nicht wiederherstellen und den Angriff auf Israel vom 7. Oktober, der den Krieg auslöste, wiederholen können.

Von Rafah nachAl-Mawasi

Nadav Shoshani, ein israelischer Armeesprecher, sagte, dass etwa 100 000 Menschen aus Teilen von Rafah nach Al-Mawasi , ein von Israel zum humanitären Gebiet erklärtes Terrain nahe der Küste des Gazastreifens, umgesiedelt werden.

Rund 450.000 vertriebene Palästinenser sind bereits in Al Mawasi untergebracht. Das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) hat nach eigenen Angaben Hilfe für sie bereitgestellt. Die Bedingungen sind offenbar jedoch erbärmlich, da es in dem weitgehend ländlichen Gebiet nur wenige Toiletten oder sanitäre Einrichtungen gibt.

Israelisches Militär warf Flugblätter zur Information ab

Das israelische Militär warf Flugblätter ab, auf denen abgebildet war, welche Stadtteile von Rafah evakuiert werden sollten. Die Flugblätter warnten, dass ein Angriff unmittelbar bevorstehe und jeder, der dort bleibe, "sich und seine Familienmitglieder in Gefahr bringe." In Textnachrichten und Radiosendungen wurde die Botschaft wiederholt.

Das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästinaflüchtlinge (UNRWA) wird Rafah nicht evakuieren, um den Zurückgebliebenen weiterhin Hilfe leisten zu können, sagte Scott Anderson, der Direktor des Hilfswerks in Gaza.

"Wir werden den Menschen dort helfen, wo sie sich aufhalten wollen", sagte er.

Offensive in Rafah könnte Hilfslieferungen unterbrechen

Nach Angaben der UNO könnte ein Angriff auf Rafah die Verteilung der Hilfsgüter, die die Palästinenser im Gazastreifen am Leben erhalten, unterbrechen. Der Grenzübergang Rafah nach Ägypten, ein Hauptzugangspunkt für Hilfsgüter nach Gaza, liegt in der Evakuierungszone. Der Übergang blieb am Montag nach der israelischen Anordnung geöffnet.

Ägypten erklärte, es stehe am Montag mit allen Seiten in Kontakt, um zu verhindern, dass die Situation außer Kontrolle gerät.

Wenn Israel gezwungen ist, allein zu stehen, wird es allein stehen.
Benjamin Netanjahu
Israelischer Ministerpräsident

In einer Rede am Sonntagabend anlässlich des israelischen Holocaust-Gedenktags wies Netanjahu den internationalen Druck zur Beendigung des Krieges zurück und sagte: "Wenn Israel gezwungen ist, allein zu stehen, wird es allein stehen".

WERBUNG

Netanjahu warf der Hamas vor, eine Einigung aufzuhalten, indem sie nicht von ihrer Forderung nach einem Ende des Krieges und einem vollständigen Abzug der israelischen Truppen im Gegenzug für die Freilassung der Geiseln abrückte, die er als "extrem" bezeichnete.

Diesen Artikel teilenKommentare

Zum selben Thema

Traurige Bilanz zum Weltpressetag: Mehr als 140 Journalisten in Gaza getötet

Israel öffnet Grenzübergang zu Nordgaza für mehr Hilfslieferungen

Krieg in Gaza: 22 Tote, darunter fünf Kinder - Israel beschießt Rafah