Berichten zufolge könnte die Ukraine bald Laser gegen russische Angriffe einsetzen. In anderen Ländern, wie Israel, sind bereits Abwehrwaffen ausgestattet mit Lasern im Einsatz. Deutschland baut auch Laserwaffen.
Die Ukraine soll eine Waffe entwickelt haben, die russische Drohnen mit einem Laser vom Himmel schießen kann. Getauft wurde die Waffe auf den Namen "Sonnenstrahl", wie es laut einem Bericht des US-amerikanischen Portals The Atlantic heißt. Hintergrund: Russland greift die Ukraine fast täglich mit mehreren hundert Drohnen und Raketen an.
Kyjiw ist seit Beginn des flächendeckenden Angriffskrieges hauptsächlich auf Luftverteidigungssystemen von den USA oder anderen Bündnispartnern abhängig.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bittet deswegen seit mehreren Jahren um Verstärkung der Luftabwehr und fordert Lieferungen der US-amerikanischen Patriotsysteme und Raketen.
In den vergangenen Wochen sollen den ukrainischen Streitkräften Berichten zufolge die Raketen jedoch ausgegangen sein.
Laut dem Portal Atlantic arbeitet die Ukraine mit Hochdruck daran, ein eigenes, kostengünstiges Abwehrsystem nach dem Vorbild des israelischen "Iron Dome" zu bauen. So soll unter anderem auch die Abhängigkeit der Ukraine von seinen westlichen Partnern verringert werden.
Auch Deutschland baut Laserwaffen
Ein laserbasiertes Waffensystem besitzt die Bundeswehr noch nicht. In den vergangenen Jahren wurden mehrere erfolgreiche Tests durchgeführt, vor allem zur Drohnenabwehr, berichtete der BR.
MBDA Deutschland und Rheinmetall haben zum Beispiel gemeinsam einen Demonstrator entwickelt, der auf der Marinefregatte "Sachsen" getestet wurde. Dabei gelang es unter anderem, die Steuerung anfliegender Drohnen zu stören, sodass sie abstürzten.
Die Technik dahinter ist hochpräzise: Sensoren müssen Drohnen auch bei schnellen Ausweichbewegungen verfolgen und den Laserstrahl über mehrere Kilometer exakt auf winzige Zielpunkte ausrichten. Das System ist derzeit jedoch noch sehr groß – etwa containergroß – und energieintensiv, was es vor allem für den Einsatz auf Schiffen geeignet macht.
Die Hersteller wollen den Demonstrator nun zu einem einsatzfähigen System weiterentwickeln. Noch in dieser Legislaturperiode hoffen sie auf einen Beschaffungsauftrag der Bundeswehr.
Raketen und Drohnen abzufangen ist technisch jedoch nicht so einfach: in Israel hat es mehr als vier Jahre lang gedauert, um den "Iron Dome" zu entwickeln. In Israel wurde der "Iron Dome" als Raketenabwehrsystem für Kurzstreckenbedrohungen entwickelt. Er gilt für die Fähigkeiten als kosteneffizient.
Jeder Abfangflugkörper kostet in der Herstellung zwischen 40.000 und 50.000 US-Dollar, eine komplette Batterie, bestehend aus Radar, Abschussvorrichtungen und Kontrollsystemen, kostet hingegen mehr als 100 Millionen US-Dollar.
Zwar sind die einzelnen Abfangraketen vergleichsweise günstig, doch bei groß angelegten Angriffen, darunter der Konflikt zwischen dem Iran und Israel vergangenes Jahr, können durch die hohe Zahl eingesetzter Abfangkörper erhebliche Kosten entstehen.
Die Ukraine hat finanzielle Mittel dieser Art nicht, weswegen ukrainische Rüstungsfirmen Lösungen wie 3D-gedruckte Abfangdrohnen, Nachbauten russischer Flugabwehrraketen aus Carbon, fahrbare Roboter mit Maschinengewehren und weitere experimentelle Waffen, entwickeln. Laut dem Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow geht es dabei nicht um eine Zukunftsvision, sondern um eine "unmittelbare Überlebensfrage".
Vom "Iron Dome" zum "Iron Beam"
Zwar verfügt Israel mit dem "Iron Dome" bereits über ein leistungsfähiges Raketenabwehrsystem, inzwischen kommt jedoch auch eine laserbasierte Abwehrwaffe hinzu.
Die israelischen Rüstungskonzerne Rafael und Elbit Systems haben Ende vergangenen Jahres den heimlich entwickelten "Iron Beam" vorgestellt.
Damit setzt das Land erstmals auf eine Laserwaffe, die Angriffe aus der Luft in Sekundenschnelle vereiteln soll. Das System gilt als weiterer Baustein der israelischen Luftabwehr neben Iron Dome, David's Sling und Arrow.
Das israelische Verteidigungsministerium gab Mitte September bekannt, dass die 100-Kilowatt-Version von Iron Beam nach wochenlangen Tests - bei denen Raketen, Mörsergranaten, UAVs und Flugzeuge erfolgreich abgefangen wurden – die "volle Einsatzfähigkeit" erreicht habe.
Das System zeigte unter realen Bedingungen auf dem vorgesehenen Testgelände, dass es Ziele selbst bei Smog oder Nebel präzise und innerhalb von Sekunden zerstören kann. Laut der Ankündigung ist es weltweit das erste Hochleistungs-Laser-Luftabwehrsystem, das den Status "einsatzbereit" erreicht hat.