Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Belgischer Bauer gegen TotalEnergies: Urteil im Klimaschadenprozess bis September ausgesetzt

Hugues Falys aus Hennegau in Westbelgien verklagt TotalEnergies und fordert Entschädigung für klimabedingte Schäden auf seinem Hof.
Der Landwirt Hugues Falys aus Hennegau in Westbelgien verklagt TotalEnergies auf Entschädigung für Klimaschäden auf seinem Hof. Copyright  The Farmer Case
Copyright The Farmer Case
Von Liam Gilliver
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
Teilen Kommentare
Teilen Close Button

Das für den 18. März erwartete Urteil ist vorerst ausgesetzt. Die Justiz in Frankreich muss erst über einen ähnlichen Fall entscheiden.

Ein belgisches Gericht hat seine Entscheidung in einem wegweisenden Klimaverfahren zwischen einem belgischen Landwirt und TotalEnergies ausgesetzt. Die Klage war vor zwei Jahren eingereicht worden.

WERBUNG
WERBUNG

Die Anhörungen gegen einen der größten Ölkonzerne der Welt laufen seit dem 19. November. Mit einem Urteil hatten Beobachter am 18. März gerechnet.

Das Handelsgericht von Tournai hat seine Entscheidung nun auf den 9. September verschoben. Es wartet zunächst auf ein Urteil in einem ähnlichen französischen Verfahren, das laut der frankophonen belgischen Zeitung Le Soir Ende Juni verhandelt werden soll.

Im März 2024 zog Hugues Falys aus der Provinz Hennegau im Westen Belgiens gegen TotalEnergies vor Gericht. Er verlangt Schadensersatz für Schäden an seinem Hof, die nach seiner Darstellung direkt auf den Klimawandel zurückgehen.

Unterstützt wird er von FIAN, Greenpeace und der Liga für Menschenrechte. Die Internationale Föderation für Menschenrechte (FIDH) begleitet den David-gegen-Goliath-Prozess im Rahmen ihres Projekts „See You In Court“. Es ist die erste Klimaklage in Belgien, die sich direkt gegen einen multinationalen Konzern richtet.

„An vorderster Front des Klimawandels“

In einer im November an Euronews Green gesandten Stellungnahme erklärte Falys, der Klimawandel habe „massive Auswirkungen“ auf seinen Betrieb.

Die Erträge seiner Wiesen und Felder litten unter klimabedingten extremen Wetterereignissenwie Starkregen, Dürren und Hitzewellen.

„Wie alle Landwirtinnen und Landwirte stehe ich an vorderster Front des Klimawandels“, sagte er. „Der Klimawandel ist jedoch nicht unausweichlich. Verantwortliche müssen zur Rechenschaft gezogen werden.“

Falys berichtet, dass vier extreme Wetterereignisse seinen Hof zwischen 2016 und 2020 schwer getroffen haben. Er fordert 130.000 Euro Entschädigung.

Die drei klagenden NGOs fordern, dass TotalEnergies alle neuen Investitionen in fossile Energieprojekte sofort stoppt. Die Gerichte sollen aus ihrer Sicht die Verantwortung des Ölkonzerns für Aktivitäten feststellen, die „das Klimasystem direkt schädigen“.

Was ist TotalEnergies?

TotalEnergies gehört zu rund zwanzig Unternehmen der fossilen Energiebranche, die gemeinsam für mehr als ein Drittel der weltweiten Treibhausgasemissionen stehen. Der Konzern sorgte im vergangenen Jahr für Schlagzeilen, als er auf der COP30 ein Klimainvestment von 100 Millionen Dollar (86,25 Millionen Euro) präsentierte.

Der französische Konzern beschreibt seinen Auftrag so: Er wolle möglichst vielen Menschen Energie liefern, die „erschwinglicher, zuverlässiger und mehr nachhaltiger“ ist.

Ende 2025 meldete TotalEnergies eine Steigerung seiner Kohlenwasserstoffförderung um fast vier Prozent. Dabei geht es um die Förderung und Verarbeitung von Erdöl, Erdgas und anderen Kohlenwasserstoffen aus dem Boden.

Damit übertraf der Konzern seine eigene Prognose von drei Prozent Wachstum. Zugleich widersprach er Empfehlungen von Institutionen wie dem Weltklimarat IPCC, der fordert, die Förderung von Kohlenwasserstoffen zu senken, um die Erderwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen.

TotalEnergies betont jedoch, seine Emissionen seien im Vergleich zu 2024 um drei Prozent gesunken – vor allem dank besserer Betriebseffizienz und schärferer Kontrolle von Methan.

Sofortiger Stopp für fossile Energien

„Die Lösung der Klimakrise verlangt, dass multinationale Konzerne neue Investitionen in fossile Energien sofort beenden, um Treibhausgasemissionen einzudämmen“, sagte Gaëlle Dusepulchre von der FIDH im November.

„Wir hoffen, dass das Gericht TotalEnergies dazu verpflichtet, wirklich in die grüne Transformation zu investieren und sicherzustellen, dass Menschenrechte nicht durch den Klimakollaps gefährdet werden.“

Euronews Green fragte TotalEnergies im November ausdrücklich, ob der Konzern aus Investitionen in fossile Energien aussteigen will und ob er die Verantwortung für klimabedingte Schäden auf dem Hof von Falys übernimmt. Das Unternehmen antwortete nicht.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Singapur kündigt weltweit erste Abgabe für nachhaltigen Flugkraftstoff an: Was zahlen Europäer?

Klimapolitiker sprechen über „Overshoot“ in die Gefahrenzone der Erderwärmung: was es bedeutet

Belgischer Bauer gegen TotalEnergies: Urteil im Klimaschadenprozess bis September ausgesetzt