Ein Bundesgericht erließ eine einstweilige Verfügung: Der Bau des Offshore-Windprojekts läuft weiter. Die Aktie des dänischen Energiekonzerns stieg um rund fünf Prozent.
Die Aktie von Ørsted legte am Dienstag um rund fünf Prozent zu. Zuvor hatte ein Bundesrichter in Washington dem Unternehmen und seinen Partnern erlaubt, die Arbeiten am Offshore-Projekt Revolution Wind im Wert von fünf Milliarden Dollar (4,28 Milliarden Euro) wieder aufzunehmen. Die Regierung von Donald Trump hatte das Vorhaben zuvor auf Eis gelegt.
In einer Anordnung des US-Bezirksgerichts für den District of Columbia gewährte der Richter vorläufigen Rechtsschutz. Die Verfügung setzt einen Baustopp vom 22. Dezember aus. Die Anordnung stammte vom Bureau of Ocean Energy Management (BOEM), der dem US-Innenministerium unterstellten Behörde für Offshore-Energie in Bundesgewässern. Das bedeutet: Der Bau kann laufen, während das Verfahren weitergeht.
Die Entscheidung räumt ein zentrales regulatorisches Hindernis aus dem Weg. Parallel läuft ein größerer Rechtsstreit weiter, denn die Regierung von US-Präsident Donald Trump will den Ausbau der Offshore-Windkraft in Bundesgewässern stoppen.
Die Klage von Revolution Wind richtet sich gegen die BOEM-Aussetzung vom Dezember und gegen eine frühere Direktorenanordnung vom 22. August. Nach Darstellung der Entwickler habe sie die Arbeiten rechtswidrig unterbrochen.
Über die inhaltlichen Fragen hat das Gericht noch nicht entschieden. Die einstweilige Verfügung erlaubt jedoch, betroffene Bauaktivitäten sofort wieder aufzunehmen.
„Die Entscheidung des Gerichts ermöglicht es dem Projekt Revolution Wind, die betroffenen Arbeiten sofort wieder aufzunehmen, während die Klage weiterläuft“, teilte das Unternehmen mit.
Man werde zudem prüfen, wie sich mit der US-Regierung am besten eine „zügige und tragfähige Lösung“ erreichen lässt, hieß es weiter.
Der Bau soll so schnell wie möglich wieder starten. Sicherheit hat dabei oberste Priorität.
Die Entwickler betonen, das Projekt solle den Nordosten der USA mit bezahlbarem und verlässlichem Strom versorgen. Viele Bundesstaaten setzen dort zunehmend auf Offshore-Wind, um Klimaziele zu erreichen und die Netzstabilität zu stärken.
Das Urteil ist ein Rückschlag für die Bemühungen von Präsident Donald Trump, den Ausbau der Offshore-Windkraft einzudämmen.
Seit seiner Rückkehr ins Amt kritisiert Trump die Windkraft immer wieder. Er kündigte an, die staatliche Förderung für erneuerbare Projekte zurückzufahren, mit Verweisen auf Umwelt-, Kosten- und Genehmigungsfragen.
Mehrere unter früheren Regierungen genehmigte Projekte mussten pausieren oder wurden neu überprüft.
Revolution Wind ist ein 50/50 Joint Venture von Skyborn Renewables von Global Infrastructure Partners und Ørsted, dem weltweit größten Entwickler von Offshore-Windparks.
An den Märkten gilt das Vorhaben als wichtiger Testfall für die Zukunft der Offshore-Windkraft in den USA in einem politisch raueren Umfeld.
Ørsted sieht sich in den USA wachsenden Herausforderungen gegenüber: höhere Finanzierungskosten, Druck in den Lieferketten und regulatorische Unsicherheit. Das veranlasste den Konzern, Teile seines Nordamerika-Portfolios neu zu bewerten.
Gleichwohl betont das Unternehmen in früheren Stellungnahmen, Offshore-Wind bleibe entscheidend für die langfristige Dekarbonisierung und für den wachsenden Strombedarf.