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Studie: Zweisprachige Mütter knüpfen enge Bindung – trotz Sprachwechsel

Wenn Mutter und Kind in einer Zweitsprache sprechen und spielen, verändert das ihre Gehirn-Synchronität nicht.
Wenn Mütter mit ihren Kindern in einer Zweitsprache sprechen und spielen, beeinflusst das die synchronen Hirnaktivitäten der beiden nicht. Copyright  Cleared/Canva
Copyright Cleared/Canva
Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am
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Zum Internationalen Tag der Muttersprache zeigt eine neue Studie: Wenn Mütter mit ihren Kindern in einer Zweitsprache sprechen und spielen, bleibt ihre Hirnaktivität weiterhin im Gleichklang.

Gespräche in einer Zweitsprache stören die neuronale Synchronität zwischen zweisprachigen Müttern und ihren Kindern nicht. Das zeigt eine neue Studie.

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Das Forschungsteam untersuchte, ob die Sprache, die Mütter und Kinder in zweisprachigen Familien benutzen, ihre Interaktionen verändert. Es verglich Situationen, in denen sie in der Muttersprache der Mutter sprachen, mit Momenten, in denen sie sich auf Englisch unterhielten – um zu prüfen, ob Mehrsprachigkeit die Kommunikation und Bindung zwischen Eltern und Kindern beeinträchtigt.

Die im Fachjournal Frontiers in Cognition (Quelle auf Englisch) veröffentlichte Studie kam zu dem Ergebnis, dass diese Synchronität selbst beim Sprachwechsel erhalten bleibt.

„Wir zeigen hier, dass die Gehirne zweisprachiger Mütter und ihrer Kinder dank neuronaler Synchronität genauso ‚im Takt‘ bleiben – unabhängig davon, ob sie im Spiel die Muttersprache der Mutter verwenden oder eine erlernte Zweitsprache“, sagt Efstratia Papoutselou, Erstautorin der Studie und Research Fellow an der University of Nottingham.

Unter neuronaler Synchronität verstehen Forschende die gleichzeitige Aktivität von Netzwerken im Gehirn von Menschen, die miteinander in sozialem Kontakt stehen. Sie gilt als wichtiger Baustein für eine gesunde Bindung zwischen Eltern und Kindern.

Wie lief die Studie ab?

Das Team untersuchte fünfzehn Mutter-Kind-Paare. Alle Mütter sprachen Englisch nicht als Muttersprache, beherrschten es aber gut als Zweitsprache.

Die Kinder waren zweisprachig und sprachen sowohl die Muttersprache der Mutter als auch Englisch.

Für die Studie nahmen sie an einer 45-minütigen Spielsession teil, die in drei Abschnitte unterteilt war: Zuerst spielten und redeten sie in der Muttersprache der Mutter, anschließend auf Englisch, zum Schluss spielte jedes Kind leise für sich allein.

Mutter und Kind trugen jeweils eine Kappe, die Veränderungen der Sauerstoffkonzentration im Blut der Gehirngefäße maß.

Die Auswertung ergab: Die neuronale Synchronität war während des gemeinsamen Spiels stärker als in der Phase, in der Mutter und Kind jeweils für sich allein spielten.

Besonders ausgeprägt war die Synchronität im Frontalkortex des Gehirns, wo Entscheidungen, Planung, logisches Denken und Gefühle verarbeitet werden.

Die Autorinnen und Autoren schlossen daraus, dass das Sprechen in einer Zweitsprache die Fähigkeit der Mutter nicht beeinträchtigt, sich beim Spielen mit dem Kind neuronal zu synchronisieren.

Beeinflusst Zweisprachigkeit unser Miteinander?

Die Studie zeigt, dass ein Sprachwechsel die neuronale Synchronität zwischen Müttern und Kindern nicht unterbricht. Umfangreichere Forschung legt jedoch nahe, dass eine Zweitsprache beeinflusst, wie Menschen miteinander kommunizieren.

In Europa können nach den neuesten Eurobarometer-Daten (Quelle auf Englisch) aus dem Jahr 2024 drei von fünf Menschen ein Gespräch in einer anderen Sprache als ihrer Muttersprache führen – ein Plus von drei Punkten gegenüber 2012.

Untersuchungen (Quelle auf Englisch) zeigen, dass sich die Interaktion für Erwachsene, die eine Zweitsprache erst später im Leben gelernt haben, von Gesprächen in der Muttersprache unterscheiden kann, vor allem in emotional aufgeladenen oder geistig sehr anspruchsvollen Situationen.

„Sprecherinnen und Sprecher einer Zweitsprache berichten häufig von einer gewissen emotionalen Distanz, wenn sie nicht in ihrer Muttersprache sprechen. Das kann beeinflussen, wie sie Zuneigung, Erziehung oder Mitgefühl in der Interaktion mit ihren Kindern ausdrücken“, schreiben die Autorinnen und Autoren.

Künftige Studien sollten deshalb Familien mit unterschiedlich stark ausgeprägten Sprachkenntnissen in den Blick nehmen – etwa, wenn ein Elternteil die Zweitsprache nur begrenzt beherrscht oder wenn ein Kind nicht von Geburt an zweisprachig ist.

Außerdem sei es wichtig, andere Interaktionsformen außerhalb der Familie zu untersuchen, etwa zwischen Kindern und Lehrkräften oder zwischen Kindern und ihnen unbekannten Erwachsenen.

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