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Wissenschaft feiert "Meilenstein": Ozonloch soll sich in den nächsten 50 Jahren schließen

Die NOAA-Forschungsstation in der Nähe des South Pole Atmospheric Research Observatory in der Antarktis, mit Polarlichtern. Foto veröffentlicht im Jahr 2018
Die NOAA-Forschungsstation in der Nähe des South Pole Atmospheric Research Observatory in der Antarktis, mit Polarlichtern. Foto veröffentlicht im Jahr 2018   -   Copyright  Patrick Cullis/NOAA via AP
Von Rosie Frost

Die Ozonschicht der Erde schützt alles Leben vor der schädlichen Strahlung der Sonne.

Doch im späten 20. Jahrhundert begannen menschliche Emissionen bestimmter schädlicher Chemikalien die Anzahl der Ozonmoleküle in der Atmosphäre zu beeinträchtigen. Dies hat dazu geführt, dass sich jedes Jahr ein Loch über der Antarktis auftut, das durch komplexe meteorologische und chemische Prozesse verursacht wird.

1987, nur sieben Jahre nachdem Wissenschaftler:innen entdeckt hatten, dass vom Menschen hergestellte Chemikalien die Ozonschicht schädigen, wurde das Montrealer Protokoll unterzeichnet. Es hatte zum Ziel, die Menge der schädlichen Chemikalien in der Atmosphäre zu verringern.

Diese Chemikalien, die zuvor in Kühlschränken, Klimaanlagen, Haarspray und industriellen Reinigungsmitteln enthalten waren, wurden schrittweise aus dem Verkehr gezogen, um die Ozonschicht zu schützen. Mit der Zustimmung aller 197 Vertragsparteien war dies einer der ersten universell ratifizierten Verträge in der Geschichte der Vereinten Nationen.

Nun haben neue Untersuchungen der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) in den USA ergeben, dass die Konzentrationen schädlicher Chemikalien, die die Ozonschicht schädigen, zurückgegangen sind.

AP/AP
NOAA-Bild des Ozonlochs aus dem Jahr 2015, zu diesem Zeitpunkt gab es erste Hinweise auf eine leichte Erholung.AP/AP

Erholung der Ozonschicht - ein "bedeutender Meilenstein"?

Anfang 2022 stellten NOAA-Wissenschaftler:innen fest, dass die Konzentrationen schädlicher Chemikalien in der mittleren Stratosphäre im Vergleich zu den 1980er Jahren um etwas mehr als 50 Prozent zurückgegangen sind.

Die NOAA spricht von einem "bedeutenden Meilenstein" auf dem Weg zur Erholung.

Die Wiederherstellung der Ozonschicht ist jedoch keine ausgemachte Sache", da die atmosphärischen Werte dieser schädlichen Stoffe weiter sinken müssen.

Die Konzentrationen dieser Chemikalien über der Antarktis, wo jedes Jahr ein Ozonloch entsteht, gehen ebenfalls zurück, allerdings langsamer.

Dieses Loch war im Jahr 2021 größer als üblich - größer als die Größe des Kontinents selbst. Die NOAA sagt voraus, dass sich die antarktische Ozonschicht irgendwann um 2070 erholen könnte.

Das Ozonloch in der Antarktis wird mit 3D-Bildgebung überwacht

Bis zur endgültigen Schließung des Ozonlochs wird es vom Copernicus Atmosphere Monitoring Service (CAMS) überwacht. Es bildet sich normalerweise im Frühjahr auf der Südhalbkugel - von August bis Oktober. Seine größte Ausdehnung erreicht es zwischen Mitte September und Oktober, bevor sich die Ozonwerte bis Ende Dezember wieder normalisieren.

In diesem Jahr haben die CAMS-Wissenschaftler die Entwicklung des Ozonlochs seit Ende August mithilfe dreidimensionaler Modelle genau beobachtet.

"Das Ozonloch 2022 in der Antarktis begann sich Ende August zu entwickeln und folgte bisher ähnlichen Trends wie in den letzten zehn Jahren, was die Fläche, die minimale Gesamtsäule, das Massendefizit und die Mindesttemperatur betrifft", sagt Vincent-Henri Peuch, Direktor des Copernicus Atmosphere Monitoring Service.

"Nach unseren Daten von Anfang September liegt die Größe des Ozonlochs im durchschnittlichen Bereich. Wir werden das aber in den nächsten Wochen sehr genau beobachten, da sich die Ozonlöcher 2020 und 2021 erst später außergewöhnlich entwickelten."