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Wahrheiten und Legenden: Was steckt hinter Dürren, Kondensstreifen und Starkregen?

euronews-Mitarbeiterin Sophia Khatsenkova
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euronews-Mitarbeiterin Sophia Khatsenkova klärt auf: Was steckt hinter Dürren, Kondensstreifen und Starkregen?

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Hitze, Dürren und Überschwemmungen treffen ganz Europa, ganz Europa, in diesem Jahr besonders Italien, Spanien und Frankreich. Und die Europäische Kommission sagt, dass der Sommer noch trockener werden könnte als bisher. Klimawandelleugner spielen diese extremen Wetterphänomene in den sozialen Medien herunter und stellen das Vorhandensein der Erderwärmung in Frage.

Was man über Dürren wissen muss

Wir haben beschlossen, einige der häufigsten Missverständnisse zu untersuchen sowie Fehlinformationen über örtliche Dürren zu beleuchten. Ein auf Twitter sehr beliebtes Missverständnis ist, dass es keine Dürre geben kann, wenn es in letzter Zeit zum Beispiel Regen, Schnee oder sogar Überschwemmungen gab. Und das ist kürzlich in einigen französischen Gebieten aufgetreten. Mehrere Twitter-Nutzer, wie z.B. dieser, sagten: „Es regnet den ganzen Tag überall, sogar im Süden, es schneit in den Alpen und in den Pyrenäen. Trotz sehr regnerischer Monate März und April wagen es die Medien, jeden Tag über Dürren und Erderwärmung zu berichten."

Wir haben mit Tom Phillips, Dozent für Klimawissenschaften, gesprochen. Er erklärte uns, warum diese Argumentation falsch ist: „Wenn der Regen eines Jahres an einem Tag fällt, gibt es eine Überschwemmung. Und wenn es im Restjahr nicht regnet, gibt es später im Jahr eine Dürre. Und wenn man eine Dürre hat, die den Boden verhärtet, läuft das Wasser einfach ab und man verliert es fast umgehend, wenn es regnet."

Die zweite große Falschmeldung, die wir auf Twitter gesehen haben, ist die, dass Dürren, besonders in Spanien, von Menschen gemacht sind, weil die Staudämme im ganzen Land abgebaut werden. Das haben wir überprüft und fanden heraus, dass viele dieser Dämme vor Jahrzehnten gebaut wurden und und entweder außer Dienst gestellt wurden oder ihren Zweck nicht mehr erfüllen, zum Beispiel, um Wasser für die Kühlung eines Atomkraftwerks zu liefern. Diese Abrisse werden von Umweltfachleuten als gute Maßnahme angesehen, weil sie den Flüssen wieder zu ihrem natürlichen Lauf verhelfen, die Wassergüte verbessern und die Flüsse wieder fischreich machen.

Verschwörungstheorie rund um Kondensstreifen

Und schließlich gibt es eine weit verbreitete Verschwörungstheorie, auf Twitter aufkommt: Nämlich, dass Dürren durch Kondensstreifen aus Flugzeugen verursacht werden, die die Wolken auflösen und den Regen verhindern. Hier ist der Grund, warum das falsch ist:

Tom Phillips: „Wenn man diese weißen Schwaden hinter einem Flugzeug sieht, handelt es sich um sogenannte Kondensstreifen oder Dunststreifen. Wenn ein Flugzeug Treibstoff verbrennt, tritt hinten etwas Wasserdampf aus. Und wenn man feuchte Luft hat und die Luft kalt ist, bilden sie im Grunde genommen Wolken. Und das sind ganz normale Wasserwolken. Sie wirken sich leicht auf die Temperatur aus, aber es ist keine nennenswerte Wirkung. Es ist ja nicht so, dass mehr Flüge über Dürregebieten stattfinden."

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