Über die Hälfte der europäischen Wählerschaft hält Klimaschutz für eine Priorität, so eine exklusive Euronews-Umfrage

Die Fahne der Europäischen Union weht vor dem Parlamentsgebäude in den Niederlanden.
Die Fahne der Europäischen Union weht vor dem Parlamentsgebäude in den Niederlanden. Copyright AP Photo/Peter Dejong
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Von Rosie Frost
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Dieser Artikel wurde im Original veröffentlicht auf Englisch

Weniger als ein Drittel der Wählerinnen und Wähler ist der Meinung, dass sich die EU positiv auf den Umweltschutz ausgewirkt hat.

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Laut einer exklusiven Euronews-Ipsos-Umfrage hält mehr als die Hälfte der europäischen Wählerinnen und Wähler den Kampf gegen den Klimawandel für eine Priorität.

Weitere 32 Prozent halten ihn für wichtig, aber nicht für vorrangig, und 16 Prozent glauben, dass der Kampf gegen den Klimawandel ein zweitrangiges Thema ist.

In der ersten paneuropäischen Umfrage dieser Art im Vorfeld der Europawahlen im Juni wurden 25.916 Personen in 18 Ländern zu einer Reihe von Themen befragt. Diese Länder repräsentieren zusammen 96 Prozent der EU-Bevölkerung.

Da sich die Klimapolitik als eine der wichtigsten Debatten herauskristallisiert, gibt die Umfrage Aufschluss darüber, wo die Wähler:innen stehen.

Wo in Europa sehen die Wähler den Klimaschutz als Priorität an?

In den 18 Ländern, die an der Umfrage teilgenommen haben, halten 52 Prozent der Befragten den Kampf gegen den Klimawandel für vorrangig. Wenn man die Daten auf die einzelnen Länder herunterbricht, ergibt sich jedoch ein komplizierteres und differenzierteres Bild.

Dänemark (69 %), Portugal (67 %) und Schweden (62 %) waren die Länder, in denen der höchste Prozentsatz der Menschen den Klimawandel als Priorität ansah. Weitere 23 Prozent in Dänemark, 28 Prozent in Portugal und 26 Prozent in Schweden hielten ihn zwar für wichtig, aber nicht für vorrangig.

In Polen, der Tschechischen Republik und Finnland war der Prozentsatz der Befragten, die den Klimawandel für eine Priorität der EU hielten, am geringsten. Dennoch hält etwas mehr als ein Drittel der Menschen (34 %) in diesen drei Ländern den Klimawandel für eine Priorität.

Nur in Polen waren 35 Prozent der Befragten der Meinung, dass der Kampf gegen den Klimawandel eine zweitrangige Angelegenheit ist. In allen anderen Ländern vertrat weniger als ein Viertel der Menschen diese Ansicht.

Frauen gaben mit 55 Prozent etwas häufiger an, dass der Kampf gegen den Klimawandel eine Priorität sei als Männer mit 49 Prozent.

Die Umfrage zeigt auch, dass das Alter kein signifikanter Indikator für die Einstellung der Menschen zu Klimaschutzmaßnahmen ist. Etwa die Hälfte der Befragten aller Altersgruppen bezeichnete dieses Thema als vorrangig, und etwa ein Drittel hielt es für wichtig.

Hat die EU einen positiven Einfluss auf den Umweltschutz gehabt?

Kurz vor den Europawahlen ziehen viele Menschen Bilanz darüber, wie sich die EU in den letzten fünf Jahren durch verschiedene politische Maßnahmen verändert hat. Was den Klimawandel betrifft, so haben bahnbrechende neue Gesetze mit Maßnahmen, die die Emissionen bis 2030 um 55 Prozent senken sollen, große Veränderungen eingeläutet.

Insgesamt sind aber nur 32 Prozent der Wähler der Meinung, dass die EU in den letzten Jahren einen positiven Einfluss auf den Umweltschutz hatte.

Die höchste Zustimmungsrate hatten die Befragten in Rumänien, wo fast die Hälfte (48%) der Meinung war, die EU habe sich positiv ausgewirkt. Die Wähler in Portugal (47%) und Finnland (45%) waren ähnlicher Meinung.

Am anderen Ende des Spektrums sind nur 23 Prozent der Franzosen der Meinung, die EU habe sich positiv auf den Umweltschutz ausgewirkt. 38 Prozent sind in dieser Frage neutral und 39 Prozent glauben, dass die EU negative Auswirkungen hat - der höchste Prozentsatz in allen 18 Ländern.

In den Niederlanden waren die Befragten nicht viel zuversichtlicher: nur ein Viertel der Befragten hat eine positive Meinung von den Umweltmaßnahmen der EU.

Sowohl Frankreich als auch die Niederlande standen im Mittelpunkt der jüngsten Proteste der Landwirte in ganz Europa, bei denen sich die Agrarindustrie gegen verschiedene Vorschriften und Maßnahmen wehrte.

Der europäische "Green Deal" ist eines der Hassobjekte der Demonstranten, die behaupten, dass er ihre Geschäftstätigkeit einschränkt und ihre Produkte teurer macht als Importe aus Nicht-EU-Ländern.

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