Mit Spezialkonvoi aus Kiew gerettet: Madrid zeigt Meister der ukrainischen Avantgarde

Pressekonferenz zur Ausstellung "Im Auge des Sturms"
Pressekonferenz zur Ausstellung "Im Auge des Sturms"   -   Copyright  OSCAR DEL POZO/AFP or licensors
Von Euronews  mit AFP

Rund fünfzig Gemälde, die vor den Bomben und der Zerstörung des Krieges in der Ukraine gerettet werden konnten, sind in einer Ausstellung in Madrid zu sehen. "Im Auge des Sturms. Avantgarde in der Ukraine 1900-1930" heißt die Schau im Thyssen-Bornemisza-Museum.

Die Bilder konnten vor knapp zwei Wochen unter gefährlichen Umständen mit einem Spezialkonvoi von Kiew nach Spanien gebracht werden. Die Lastwagenfahrer hätten von einem Bombenhagel über der gesamten Ukraine berichtet, sagt Marina Drobotiuk, Kuratorin am ukrainischen Nationalmuseum. In der Nähe von Lviv an der Grenze zu Polen seien sie sogar Raketen niedergegangen.

"Putin will nicht nur das Territorium der Ukraine erobern"

Viele der geretteten Kunstwerke waren noch nie außerhalb der Ukraine zu sehen. Mit der Ausstellung wolle man die Kultur eines Landes würdigen, die durch den russischen Expansionismus bedroht werde, sagt Francesca Thyssen-Bornemisza, Gründerin von "Museen für die Ukraine" und Treuhänderin des Thyssen-Bornemisza-Museums. "Putin will nicht nur das Territorium der Ukraine erobern, sondern auch ihre Geschichte kontrollieren. Kultur und Kunst spielen dabei eine sehr wichtige Rolle"

Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj unterstrich in einem Video, das bei der Ausstellungseröffnung ausgestrahlt wurde, dass Kultur im Krieg gegen den russischen Aggressor eine wichtige Rolle spiele.

Die chronologisch aufgebaute Schau umfasst die Werke der wichtigsten Vertreter der ukrainischen Avantgarde. Sie ist noch bis zum 30. April in Madrid zu sehen.