MH17-Tragödie auf der Leinwand: "Iron Butterflies" feiert Premiere

"Iron Butterflies" feiert auf dem Sundance Festival in den USA Premiere.
"Iron Butterflies" feiert auf dem Sundance Festival in den USA Premiere.   -   Copyright  Babylon'13
Von Frédéric Ponsard

Im Juli 2014 wird eine Passagiermaschine über dem Donbas von pro-russischen Separatisten abgeschossen, 298 Menschen sterben. Opfer des Kriegs in der Ostukraine, der schon seit Jahren wütet. Der ukrainische Regisseur Roman Liubyj hat dem Todesflug MH17 einen Film gewidmet.

Vor der Weltpremiere auf dem Sundance Festival in den USA gibt er uns ein Interview. "Dieser Film spiegelt viele Dinge wider. Es geht nicht nur um den Absturz, sondern auch um die Folgen und darum, wie dieser Vorfall das Informations- und Medienökosystem der Welt verändert hat", erklärt der junge Filmemacher.

Es geht nicht nur um den Absturz, sondern auch um die Folgen und darum, wie dieser Vorfall das Informations- und Medienökosystem der Welt verändert hat.
Roman Liubyi
Regisseur

Die russische Propaganda wies damals jede Verantwortung für den Abschuss zurück, sprach von einem Komplott gegen Moskau. 

Der Film zeigt die verschiedensten Blickwinkel, aber alle kommen zu demselben Schluss: Es war eine russische Rakete, die das Flugzeug auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur zerstörte - egal ob sie versehentlich abgefeuert wurde oder nicht.

Ein Verbrechen in einem Krieg, den damals viele Menschen in Europa kaum auf dem Schirm hatten. "Es ist wirklich wichtig, jetzt darüber zu sprechen", sagt Liubyj. "Dieser Krieg hat nicht erst 2022 begonnen, sondern Jahre vorher, als sogenannter hybrider Krieg. Es gab nicht wirklich Schwarz und Weiß, beide vermischten sich in dem Konflikt und es fiel schwer, Stellung zu beziehen. Heute versteht die ganze Welt, wer die Verbrecher sind.“

Nach der Weltpremiere in den USA feiert der Film seine Europapremiere auf der Berlinale. Sie beginnt am 16. Februar.