Ein König, eine Krönung und die Last der Geschichte

Krönungsvorbereitungen in Großbritannien
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Von Nial O'Reilly
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Die Krönung von Charles III soll ein Fest für alle Briten sein - das fällt manchem schwer, mit Blick auf die Geschichte des Empire. Und dann ist da noch die wirtschaftliche Lage im Königreich.

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Die Krönung von König Charles III. am kommenden Wochenende soll ein Fest für alle Briten sein. Das aber wird von einigen Bevölkerungsruppen zumindest mit Skepsis gesehen - nicht zuletzt von Minderheiten, für die das Unrecht im britischen Empire noch immer präsent ist wie bei Deronne White, Musiker mit jamaikanischen Wurzeln. 

Jamaika als ehemalige britische Kolonie und Mitglied des Commonwealth möchte seine Verbindungen zur Monarchie kappen und fordert die britischen Royals auf, sich mit ihrer historischen Verbindung zur Sklaverei auseinanderzusetzen.

White ist Mitglied des Brixton Chamber Orchestra, das durch die Straßen Südlondons ziehen und die Menschen mit einer Mischung aus Gospel, Jazz, Grime, Disco und Rap begeistern will.

"Es gibt viele verschiedene Gemeinschaften, und bei der großen Bandbreite an Musikstilen, in die wir eintauchen, wird es für einige eine gewisse Distanz zum eigentlichen Ereignis und der Geschichte dahinter geben, aber über die Musik können sie eine Art Verbindung herstellen."

Deronne White, Musiker beim Brixton Chamber Orchestra

Auch Janpal Basran, der Leiter der Southall Community Alliance, ist kritisch:

"Ist es fair, dass so viel Aufmerksamkeit und Ressourcen in eine riesige Krönungsfeier gesteckt werden, wenn die Menschen in Rekordzahlen auf Lebensmittelbanken angewiesen sind und mit Armut in einem unglaublichen Ausmaß konfrontiert sind?"

Janpal Basran, der Leiter der Southall Community Alliance

In "Little India", einem Viertel im Westen Londons wird ein Straßenfest organisiert. Ein Straßenfest wird organisiert, es wird indisches Essen, Tanz und Gesang geben. Der Besitzer eines Restaurants hat Charles mehrfach bekocht - und ist ein Fan des Königs.

"Charles ist fantastisch, man sollte ihn kennenlernen. Jedes Mal, wenn er im Restaurant war, hat er das Gespräch mit dem Personal und meinen Gästen gesucht. Das ist die Größe deines Königs, der dir wirklich zuhört, der wissen will, woher man kommt. Seid ihr glücklich? Leisten Sie gute Arbeit? Ich glaube, er ist ein König des Volkes."

Gulu Anand, Besitzer eines Indischen Restaurants

Überall im Land sind Veranstaltungen geplant, doch Partystimmung will nicht bei allen aufkommen angesichts der schmerzlichen Geschichte - und der aktuellen wirtschaftlichen Lage im Königreich.

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