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Kein Wohnungsmangel, aber Wohnungskrise in Brüssel - wie geht das?

Kein Mangel, aber Krise - die Wohnsituation in Brüssel
Kein Mangel, aber Krise - die Wohnsituation in Brüssel Copyright Meabh McMahon, Euronews
Copyright Meabh McMahon, Euronews
Von Stefan GrobeMeabh McMahon
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Ein neues belgisches Comicbuch zeigt das Leben von Einheimischen, die aufgrund steigender Mietpreise in ihrem Viertel gezwungen sind, auf der Straße zu leben.

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Ein neues belgisches Comicbuch – es zeigt das Leben von Einheimischen, die aufgrund steigender Mietpreise in ihrem Viertel gezwungen sind, auf der Straße zu leben. Unter den Zeichnungen ist auch Simona Breda, die jahrelang darum gekämpft hat, ein Zuhause zu finden.

Ein Vermieter verkaufte seine Wohnung lieber, um sie nicht an sie vermieten zu müssen.

Er habe sie nach ihrer Nationalität gefragt und sie für eine Türkin gehalten, sagt sie. Dann habe er gesagt, Verzeihung, Madame, aber er habe die Wohnung an jemand anderen verkauft. Sie sei traurig gewesen, denn sie habe einen Monat lang auf eine Antwort gewartet.

Wohnungsmangel gibt es indes nicht. Denn die Stadt baut pro Jahr rund 3.500 neue Häuser.

Unterstützergruppen sagen, die Stadt reagiere auf die Bedürfnisse privater Investoren, aber nicht auf die der lokalen Bevölkerung.

Anne-Sophie Dupont vom Mieterschutzbund "Rassemblement Bruxellois pour le Droit a l'Habitat": Oft sei das Problem, dass den Leuten nur schmutzige Wohnungen angeboten würden, weil diese die einzigen seien, die der Vermieter an sie vermieten wolle, da die Menschen schwarz seien, einen Schleier oder was auch immer trügen, nicht viel Einkommen hätten und gezwungen seien, diese Unterkunft zu nehmen. Andernfalls bliebe ihnen nur die Straße.

Mit steigenden Energiepreisen und Inflation wird sich die Situation in Brüssel verschlechtern, bevor sie sich bessert. Ähnlich ist das Bild in ganz Europa. Laut Housing Europe steigen die Immobilienpreise so schnell wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr. Eurostat bestätigt dies. Neue Daten besagen, dass die Hauspreise in der Eurozone seit letztem Jahr um 9,4 und in der EU um zehn Prozent gestiegen sind. Die Rohstoffkosten auch.

Da sollten sich die Städte von Österreich inspirieren lassen.

Man müsse sich Städte wie Wien anschauen, die es konsequent schafften, langfristig Wohnraum zu liefern, sagt Sorcha Edwards, Generalsekretärin von Housing Europe.

In Wien leben drei von fünf Mietern im sozialen Wohnungsbau. Viele sagen, dass die österreichische Hauptstadt deshalb in den Lebensqualitätsstatistiken so gut abschneidet. In Brüssel dagegen stehen über 50.000 Familien auf einer Warteliste für Sozialwohnungen.

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