Nicht der Fuchs hat die Gans, sondern der Beschuldigte hat insgesamt 120.000 Eier gestohlen. Jede Woche holte sich der Dieb in einer Legehennenfarm in Dinklage bei Vechta jede Menge Eier ab - ohne jemals zu bezahlen.
Ein Gericht in Vechta in Nordrhein-Westfalen hat den 46-jährigen Denis W. wegen des Diebstahls von etwa 120.000 Eiern im Wert von 22.417 Euro zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Wie BILD berichtet, ist das Urteil wegen gewerbsmäßigen Betrugs in 110 Fällen gegen den vorbestraften Angeklagten noch nicht rechtskräftig.
Doch wie konnte der Mann so lange so viele Eier klauen?
Jede Woche holte Denis W. auf der Legehennenfarm in Dinklage bei Vechta rund 1.000 Eier ab - ohne jemals dafür zu bezahlen. Er nahm jedes Mal sechs Großpackungen mit, die der Mann dann nicht nur als Rührei, Spiegelei oder Omelette verspeiste, sondern offenbar in seinen Lebensmittel-Automaten weiterverkaufte.
Selbst wenn Denis W. die Eier bezahlt hätte, wären sie mit unter 19 Cent pro Stück sehr günstig gewesen. In den vergangenen Jahren sind Hühnereier in Europa immer teurer und immer beliebter geworden.
Kurz vor Ostern 2026 wurde in Deutschland sogar ein Rekord an Eier-Verkäufen registriert. In den USA gab es im vergangenen Jahr eine regelrechte Eierkrise, die mehrere Monate andauerte.
Gab es Absprachen beim Eierklau?
Die Beschäftigten im Verkauf des Legehennenbetriebs in Dinklage kannten Denis W. schon, weil er oft dort eingekauft hatte. Und als Begründung, warum er die vielen Eier nicht bezahlte, sagte Denis W. einfach: "Ist mit dem Chef so abgesprochen."
Vor Gericht behauptete der Chef, es habe keinerlei Absprachen gegeben. Der Angeklagte schwieg im ganz besonderen Eierklau-Prozess.
Der Anwalt des Beschuldigten glaubt aber, der Filailleiter könne am Eierklau beteiligt gewesen sein und mitverdient haben, ohne dass der Geschäftsführer des Betriebs davon wusste. Seinen Mandanten nannte der Anwalt ein "Bauernopfer" und forderte deshalb einen Freispruch.
Die Staatsanwältin hatte sogar drei Jahre Haft gefordert, da Denis W. zu Beginn der Eierdiebstähle noch unter Bewährung stand.
Der Ansicht, dass der mehr als zwei Jahre dauernde Eierdiebstahl keine lustige Anekdote aus dem Hühnerstahl oder ein Kavaliersdelikt ist, schloss sich das Schöffengericht an und verurteilte Denis W. zu zwei Jahren Haft.