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Fehlzeiten im Bundestag: Hat ein AfD-Abgeordneter 2026 jede Sitzung verpasst?

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Von Laura Fleischmann
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Kein Bundestagsabgeordneter fehlte 2026 so oft wie AfD-Politiker Dirk Brandes. Laut Euronews-Auswertung verpasste er 2026 alle 33 Plenarsitzungen. Auch bei namentlichen Abstimmungen führt er die Fehlzeiten-Liste an. Andere Angeordnete fehlen ebenfalls oft, meist sind Krankheiten der Grund.

Seit Jahresbeginn war der AfD-Politiker Dirk Brandes kein einziges Mal im Bundestag. Das zeigt eine Auswertung der Sitzungsprotokolle durch Euronews. Demnach ist Brandes im Jahr 2026 der Bundestagsabgeordnete mit den meisten Fehlzeiten. Insgesamt fehlte er an allen 33 Sitzungstagen.

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Brandes fehlt zwar laut den Sitzungsprotokollen entschuldigt, ein konkreter Grund wird jedoch nicht angegeben. Auf mehrere Anfragen von Euronews reagierte der AfD-Abgeordnete aus Niedersachsen nicht.

Ob er krank ist, ist nicht bekannt. Auf seinen Social-Media-Kanälen veröffentlicht Brandes jedoch weiterhin regelmäßig Beiträge – etwa über Messerangriffe, Landtagswahlergebnisse oder einen AfD-Stammtisch, an dem er teilgenommen hat.

Auf Platz zwei des Fehlzeiten-Rankings liegt der SPD-Abgeordnete Falko Droßmann. Er verpasste entschuldigt 27 Plenarsitzungen. Im März berichtete Droßmann dem Hamburger Abendblatt von seinen Depressionen sowie seiner Tablettenabhängigkeit. Derzeit befindet er sich in Behandlung. Nach der Sommerpause plant Droßmann, wieder in den Bundestag zurückzukehren, wie ein Mitarbeiter des Abgeordneten Euronews mitteilte.

Den dritten Platz teilen sich der AfD-Abgeordnete Peter Boehringer mit 21 entschuldigten Fehltagen und die Grünen-Abgeordnete Natalie Pawlik. Boehringer fehlte aufgrund einer schweren Krankheit und der anschließenden Nachbehandlung, wie er Euronews erklärte. Ab Juli wolle er wieder regelmäßig an Sitzungen teilnehmen. Pawlik befindet sich derzeit im gesetzlichen Mutterschutz.

Die SPD-Politikerin Anette Kramme belegt mit 20 entschuldigten Fehltagen den fünften Platz. Im Dezember erlitt Kramme einen schweren Unfall. Trotz Krankschreibung habe sie so weit wie möglich gearbeitet, sagte sie Euronews.

Neben den Sitzungsprotokollen, in denen nur entschuldigte Abgeordnete aufgeführt werden, wertete Euronews auch die namentlichen Abstimmungen des Jahres 2026 aus. In diesen Daten sind alle Abgeordneten verzeichnet, die keine Stimme abgegeben haben – also auch diejenigen, die unentschuldigt gefehlt haben.

300 Euro pro unentschuldigtem Fehltag

Auch in diesem Ranking liegt Brandes vorn: Im Jahr 2026 verpasste er alle von insgesamt 18 namentlichen Abstimmungen im Bundestag.

Das war jedoch nicht immer so. Seit seinem Einzug in den Bundestag im Jahr 2021 nahm er an nahezu allen Abstimmungen teil. Von insgesamt 226 namentlichen Abstimmungen versäumte er lediglich 16. Noch kurz vor Weihnachten 2025 gab er seine Stimme regulär ab. Erst mit Beginn des Jahres 2026 änderte sich sein Abstimmungsverhalten abrupt.

Den zweiten Platz teilen sich Falko Droßmann und der fraktionslose Abgeordnete Sieghard Knodel mit jeweils 15 versäumten namentlichen Abstimmungen.

Sieghard Knodel, der bis 2025 Mitglied der AfD war, fehlte zudem bei 13 der bislang 33 Plenarsitzungen dieses Jahres. Hintergrund ist eine Burnout-Erkrankung, wie Knodel dem SWR mitteilte. Inzwischen nimmt der ehemalige AfD-Politiker wieder regelmäßig an den Sitzungen des Bundestags teil.

Mit jeweils 14 verpassten namentlichen Abstimmungen belegen die SPD-Abgeordnete Natalie Pawlik und der Linken-Abgeordnete Marcel Bauer gemeinsam den vierten Platz. Bauer fehlte zudem entschuldigt bei 14 Plenarsitzungen.

Bundestagsabgeordnete können ihr Fehlen durch ein Attest oder eine schriftliche Erklärung entschuldigen. Bei unentschuldigtem Fehlen werden 300 Euro pro Fehltag fällig, bei entschuldigtem Fehlen 200 Euro. Liegt ein Krankenhausaufenthalt oder eine Arbeitsunfähigkeit vor, beträgt der Abzug 20 Euro pro Fehltag.

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