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Gegen den Insta-Hype: Baden am Caumasee kostet jetzt CHF 19.-

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Wassersport im Sommer - Illustrationsbild
Wassersport im Sommer - Illustrationsbild   -   Copyright  Valentin Flauraud/Keystone via AP
Von Euronews  mit EBU/SRF

Die Perle der Alpen wird er auch genannt, der Caumasee im Schweizer Kanton Graubünden mit traumhaft blauem Wasser und malerischer Bergwelt auf knapp 1000 Metern Höhe.

Doch wegen des großen Besucherandrangs hat das Paradies neuerdings einen stolzen Preis. "19 Franken hat das gekostet. Und ich wollte eigentlich nur einmal baden", erklärt Badegast Michael. "Also, ich finde es teuer."

US-Touristin Samantha Fox war ebenfalls überrascht über den Eintrittspreis. "Ich dachte, es würde ein bisschen weniger kosten. Aber als ich diese Sicht von oben sah, sagte ich mir, ok, das zahl ich."

Fabio Di Bari war nur auf der Durchreise, wollte aber den See unbedingt betrachten. "Wir haben nicht auf den Preis geachtet", sagt er achselzuckend. "Aber es ist offensichtlich, dass es nicht für jeden bezahlbar ist."

"Wucher" und "Abzocke"

Um weiterhin ein "unvergessliches Gästeerlebnis" sicherzustellen, wurde zudem Besucherzahl auf maximal 1’700 Tickets pro Tag limitiert. Zu groß war die Zahl vor allem der Tagestouristen, angelockt vom Riesenhype um den blauen See auf Instagram mit zig Tausenden Einträgen.

Guido Casty zuständig für Tourismus im Gemeindevorstand Flims erklärt: "Es ist nicht so, dass wir Tagesgäste ausschließen möchten, aber über die Preissetzung möchten wir verhindern, dass zu viele Tagesgäste im Verhältnis zu den Gästen vor Ort den Caumasee bevölkern."

Eine Unverschämtheit und total diskriminierend, sagen Kritiker. Von "Wucher" und "Abzocke" ist in den sozialen Medien die Rede. Aber: "Man ist es im Schweizer oder europäischen Kontext nicht unbedingt gewohnt, dass eine natürliche Attraktion mit Preisen versehen wird, aber wenn man sich international umschaut, ist das durchaus üblich", meint Monika Bandi, Co-Leiterin Forschungsstelle Tourismus Uni Bern.

Trotzdem, 19 Franken Eintritt - doppelt so viel wie vergleichsweise schicke Bäder zum Beispiel in Zürich - das geht vielen zu weit. Profitieren dürfte davon wohl vor allem das private Touristikunternehmen, das den See pachtet und betreibt. Und womöglich die Natur, wenn weniger Badegäste kommen.