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Seychellen strikt auf Anti-Plastik-Kurs

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Seychellen strikt auf Anti-Plastik-Kurs

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Pazifische Weiten, paradiesische Strände und auch beim Umweltschutz haben die Seychellen eine Vorbildfunktion eingenommen. Während Europa noch diskutiert, hat die Inselrepublik gehandelt und zunächst Einwegprodukte aus Plastik verbannt. Trotz innenpolitischer Widerstände folgten Einschränkungen für Tüten, Flaschen, Tabletts und weitere Plastikprodukte.

Sherin Francis ist die Vorsitzende der Tourismus-Behörde der Seychellen: "Es gab einen Werbefeldzug und auch von Regierungsseite wurde viel getan. Das hat ein großes Echo verursacht. Viele Leute entwickelten eigene Geschäftsideen. Dabei ging es um den Import umweltfreundlicher Artikel für den täglichen Bedarf, aber auch bereits existierende Geschäfte haben sich neu orientiert und nach alternativen Produkten Ausschau gehalten."

Umweltverschmutzung entsteht allerdings auch durch die bloße Anwesenheit von Urlaubern. Andererseits sind die Seychellen auf Einnahmen durch Urlauber angewiesen. Das gelte aber nur eingeschränkt, meinte Sherin Francis im Euronews-Interview:

"Wenn ich über den Tourismus und Urlauberzahlen Vorträge halte , lege ich Wert auf die Feststellung, dass wir kein Ziel für den Massentourismus sind. Wir schielen nicht auf die großen Besucherzahlen im Millionenbereich. Im vergangenen Jahr hatten wir 350.000 Urlauber und das war schon eine herausragende Zahl. Am Ende des Tages sind wir ja flächenmäßig sehr klein. Wir möchten, dass die Industrie weiter wächst, unsere Wirtschaft trägt und für Wirtschaftswachstum sorgt. Im Idealfall lässt jeder einzelne Urlauber mehr Geld hier, das wäre besser für uns, weil es geringere Auswirkungen auf die Umwelt hätte."

Um Eigenverantwortung zu demonstrieren, haben die Seychellen in Zusammenarbeit mit einer internationalen Stiftung ein riesiges Marinereservat gegründet. Das Gebiet von der Größe Großbritanniens umfasst auch die Aldabra-Inseln, auf denen Riesenschildkröten und andere gefährdete Tierarten leben. Der Anteil geschützter Gewässer um die Inseln soll dadurch bis zum Jahr 2020 auf 30 Prozent steigen.