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Fall Khashoggi: Täter, Sündenböcke - oder beides

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Fall Khashoggi: Täter, Sündenböcke - oder beides

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Fast drei Wochen dauerte das saudische Verwirrspiel um den Tod des regimekritischen Journalisten Jamal Kashoggi, bis das staatliche Fernsehen in Riad bekannt gab, 18 Männer seien verhaftet weil sie an der Tötung beteiligt gewesen seien. Kashoggi soll in einer Schlägerei im saudischen Konsulat in Istanbul erwürgt worden sein.

Verhaftungen und Entlassungen

15 Sicherheitskräfte oder Geheimdienstler flogen zur Tat aus Riad ein, darunter mehrere Männer aus dem engsten Umfeld des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Ebenfalls bekannt wurde die Entlassung von Saud al-Qahtani, einem Berater des Kronprinzen und dem stellvertretenden Direktor des Geheimdienstes, Generalmajor Ahmed al-Assiri. Der soll die Operation organisiert haben, Qahtani habe davon gewusst - allein der Kronprinz sei unwissend gewesen, was sich in seinem direkten Umfeld abspielte.

Assiri hatte als Chefarchitekt des Jemen - Krieges im euronews Interview auch über Bürgerrechte gesprochen:

"Eine Gesellschaft kann man nur schrittweise modernisieren. Ein zu schneller Wechsel hat negative Effekte. Aber die Absichten seiner Majestät, des Königs sind klar, und ich kann ihnen versichern, dass wir uns nichts ändern, um die Menschen ruhig zu stellen."

Rüstungsdeal mit Saudi-Arabien keinesfalls Teil der Sanktionen

Der engste und älteste Verbündete der USA in der Region genießt weiter das Vertrauen Donald Trumps, er hält die Darstellung durch Saudi - Arabien für glaubwürdig, auch wenn er die Tötung des Journalisten verurteilt. Allerdings wägt Trump auch die Prioritäten - an eine Aussetzung oder Annullierung der Waffenverkäufe an die Saudis sei nicht zu denken - immerhin handelt es sich um einen hunderte Milliarden Dollar Deal und viele amerikanische Jobs, die er sichert.

"Es ist ein guter erster Schritt - es ist ein großer Schritt. Viele Leute sind beteiligt. Saudi-Arabien war immer ein guter Verbündeter, aber das ist inakzeptabel. Ich würde es Aber vorziehen, dass wir nicht als Vergeltung Aufträge im Wert von 110 Milliarden Dollar annullieren, denn das sind 600.000 Arbeitsplätze."

Diesen Preis sind nicht alle Amerikaner bereit zu zahlen, zumindest nicht die Demonstranten vor dem Weißen Haus in Washington.