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Nationale Debatte in Frankreich: ein Lokalaugenschein

Nationale Debatte in Frankreich: ein Lokalaugenschein
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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die Menschen im ganzen Land aufgerufen, sich einzumischen in die Politik. Macron sucht nach Lösungen für die Probleme der Franzosen – und damit auch für sein großes Problem: die Unzufriedenheit der Bürger.

In Beaujeu, einem 2000-Einwohner-Ort nahe Lyon, hat sich Euronews unter den Bürgern umgehört. Ein paar Stimmen:

"Den Bürgern das Wort geben ist gut. Aber ob etwas dabei herauskommt, daran zweifle ich."

"Ich nehme nicht teil. Aber warum sollte das schlecht sein? Ich glaube, statt Dinge zu zerstören sollte man lieber hingehen und sagen, was einem durch den Kopf geht."

"Macron hat es zunächst vermasselt. Jetzt versucht er, das wieder gut zu machen. Wie die Leute auf die Debatte eingehen, das wird sich zeigen."

Macron spricht nicht direkt mit seinen knapp 70 Millionen Bürgern. Diese Aufgabe überlässt er den Bürgermeistern. Sylvain Sotton zum Beispiel, das Oberhaupt der Gemeinde Beaujeu. Er hat die Sorgen seiner Bürger notiert: "Die Bürgermeister werden vorgeschickt, weil sie die Menschen treffen und mit den Fragen konfrontiert werden", so Sotton, "wir sind es, die die Dinge vereinfachen sollten, ohne uns einzumischen. Wir sollten die Bewegung aber nicht anführen und die Forderungen vertreten, stattdessen sollten wir den Lösungsvorschlägen Nachdruck verleihen."

An der Basis rufen die Bürgermeister zum Diskutieren auf, um den Frieden im Land und vielleicht auch den Job des Präsidenten zu retten. Jetzt kommt es darauf an, ob sich tatsächlich viele Franzosen aus den ländlichen Gemeinden an dieser großangelegten nationalen Debatte beteiligen. Bis 15. März, also zwei Monate, haben sie dafür Zeit. Und dann muss sich zeigen, was die Regierung und Präsident Macron mit den gewonnenen Informationen machen. Die Skepsis, dass der Dialog einseitig bleibt, ist real, die Vertrauenskrise Macrons nur schwer zu überwinden.