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Kurz vor dem Weltuntergang: „Doomsday Clock“ bleibt bei 2 Minuten vor 12

Kurz vor dem Weltuntergang: „Doomsday Clock“ bleibt bei 2 Minuten vor 12
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Einmal im Jahr stellen führende Wissenschaftler die Weltuntergangsuhr neu ein – genannt „Doomsday Clock“. Symbolisch soll sie die Menschen weltweit daran erinnern, wie kurz sie davorstehen, sich selbst auszulöschen, oder zumindest extrem gefährden: durch einen Atomkrieg oder den Klimawandel. Jetzt wurde die Uhr neu gestellt – und bleibt, wie im Vorjahr, bei 2 Minuten vor 12 stehen.

Das Magazin Bulletin of Atomic Scientists beließ die Weltuntergangsuhr bei seiner jährlichen Pressekonferenz in Washington unverändert auf dem Stand des vergangenen Jahres. So nah an ihrer eigenen Auslöschung war die Menschheit demnach davor zuletzt im Jahr 1953.

Dass die Uhr nicht weiter Richtung Mitternacht vorgerückt ist, „sollte nicht als Zeichen der Stabilität gewertet werden, sondern als eine nachdrückliche Warnung“, sagte die Präsidentin des Bulletin of Atomic Scientists, Rachel Bronson. „Es ist ein Zustand, der so beunruhigend ist wie zu den gefährlichsten Zeiten des Kalten Krieges.“ Sie nannte als Beispiel das „inakzeptabel angespannte“ Verhältnis zwischen Russland und den USA.

Nuklearwaffen, Klimawandel: „Jede dieser Bedrohungen hat das Potenzial, die Zivilisation zu zerstören“

Zum ersten Mal eingestellt wurde die Doomsday Clock in der Juni-Edition des Bulletins im Jahr 1947. Ursprünglich war sie ein Projekt der Künstlerin Martyl Langsdorf. Ihr Ehemann hatte am Manhattan-Projekt mitgearbeitet – dem Projekt, in dem die US-Atombomben gebaut wurden. Gemeinsam mit dem Magazin schafften sie ein Bild, das die damals größte Bedrohung für die Menschheit symbolisierte: Nuklearwaffen. Weil es optisch gut passte, legte sie die Uhrzeit auf etwa 7 Minuten vor 12 fest. Erst später passten Forscher die Minutenangabe daran an, wie sie die Gefahr einschätzten.

Mittlerweile entscheidet ein ganzes Gremium über die Uhrzeit. Es besteht aus Wissenschaftlern und Expertinnen, die sich sehr gut mit Nukleartechnik und Klimawissenschaften auskennen. Denn seit einigen Jahren wird auch der Klimawandel in die Gefahreneinschätzung mit einbezogen. Und dafür gibt es einen triftigen Grund: „Jede dieser Bedrohungen hat das Potenzial, die Zivilisation zu zerstören“, schrieben die Verantwortlichen in ihrer diesjährigen Erklärung.

Grafik: Rafa Cereceda