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Das Schweigen der Kirchenmänner

Das Schweigen der Kirchenmänner
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Der Papst hat erstmals den Missbrauch von Nonnen durch Geistliche bestätigt. Vergewaltigungen sollen vor allem in Afrika, Asien, aber auch auf anderen Kontinenten weit verbreitet sein.

Im November letzten Jahres veröffentlichte eine weltweite Organisation katholischer Ordensfrauen eine Aufforderung an Ordensangehörige, Missbrauchsfälle zu melden. Der Bericht nährt aber Zweifel, dass den Hilfesuchenden geholfen würde.

Laurence Poujade ist ehemalige Nonne, selbst Missbrauchsopfer und heute Präsidentin des Vereins "Sentinelle".

"Erst als sich einige der Schwächsten, die Opfer pädophiler Priester zu Wort meldeten, wurde das Thema diskutiert. Und die Bischofskonferenz sagte uns damals: Wir müssen warten, bis die Pädophiliefälle vorbei sind, und dann werden wir uns mit Ihrem Fall befassen. Sehen sie, wir warten seit 20 Jahren darauf, endlich reden zu können."

Der Kodex des Schweigens hat viele Ursachen, fußt aber auf dem jahrtausende alten kirchlichen Glaubenssatz, die grundsätzlich verführende Frau sei dem Mann untergeordnet. Selbst wenn Gewalt angewendet worden sei, erscheine der Missbrauch als gemeinsame, freiwillige Verfehlung.

Laurence Poujade:

"Gescheiterte Enthaltsamkeit ist Privatsache; man kann sich leidenschaftlich verhalten, man kann eine Beziehung haben, die schief geht; aber ein sexueller Übergriff ist etwas anderes, Leidenschaft und Missbrauch sind grundsätzlich verschiedene Dinge, die zu gern vermischt und oft verwechselt wurden. Es ist gut, dass der Papst sie unterscheidet."

Gewalt gegen Frauen bietet viel Spielraum für mehrdeutige Interpretationen. Bisher hat die Kirche mehr zur Verschleierung als zum selbstkritischen Umgang damit tendiert.