Sanchez erwägt Neuwahlen in Spanien am 14. April

Sanchez erwägt Neuwahlen in Spanien am 14. April
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Madrids Plaza de Colón, ein Meer aus roten und gelben Flaggen... Zehntausende Spanier haben am Sonntag gegen die sozialistische Minderheitsregierung von Pedro Sánchez und ihre Katalonien-Politik demonstriert.

Jetzt erwägt der Regierungschef Neuwahlen am 14. April. Er hatte die Amtsgeschäfte nach einem Misstrauensvotum gegen seinen konservativen Vorgänger Mariano Rajoy übernommen.

Aufgerufen zu der Großkundgebung unter dem Motto: «Für ein vereintes Spanien: Wahlen jetzt!» hatten die konservativen Oppositionsparteien und die rechtspopulistische Vox.

Die Organisatoren des Protestes werfen der Regierung in erster Linie vor, bei den Verhandlungen mit der separatistischen Regionalregierung Kataloniens zu nachgiebig zu sein.

"Sanchez sollte zurücktreten, er sollte zu Wahlen aufrufen. Wir sind hier, um die spanische Einheit zu verteidigen", so ein Demonstrant.

"Ich glaube nicht, dass Sanchez wirklich ein Feind von Spanien ist. Aber was er tut, ist nicht im Interesse Spaniens. Sanchez will sich um jeden Preis an der Macht halten und arbeitet deswegen mit Leuten zusammen, die Spanien spalten wollen. Was er tut, ist nicht gut", erklärt eine Frau.

Sanchez hat einen Vermittler für Gespräche mit den katalanischen Separatisten ernannt. Kritiker sagen, er gebe ihrem Druck nach.

Er war im vergangenen Juni nach einem Misstrauensvotum gegen seinen konservativen Vorgänger Mariano Rajoy unter anderem mit den Stimmen separatistischer Parteien aus Katalonien ins Amt gekommen - und ist jetzt im Parlament auf deren Unterstützung angewiesen.

"Was ich jetzt als Regierungschef im Einklang mit der Verfassung tue, ist eine Lösung für eine Staatskrise zu finden, die die Volksparteien bei ihrer siebenjährigen Regierungsbeteiligung verschlimmert habe", so Ministerpräsident Pedro Sánchez.

Viele Bürger sind zudem verärgert, weil Sánchez bisher immer noch keine Neuwahlen angesetzt hat. Der 46-Jährige hatte nach seinem Amtsantritt durchblicken lassen, dass er in absehbarer Zeit Wahlen abhaltenwollte, ließ aber offen, wann.