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#EUroadtrip: "Zwei Kulturen geben mehr Durchblick"

#EUroadtrip: "Zwei Kulturen geben mehr Durchblick"
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Cristina Giner, Euronews, Barcelona: "Hier ist ein Beispiel, was Europa sein kann – kultureller Reichtum und Mobilität über unsere Grenzen hinweg. Miguel Gane wurde vor 25 Jahren in Rumänien geboren. Seine Eltern zogen nach Spanien, als er neun Jahre alt war. Der Dichter hat eine flinke Feder auf Spanisch. Er hat in den sozialen Netzwerken einen Triumphzug hingelegt mit engagierten menschlichen und intimen Gedichten.

Cristina Giner, Euronews: "Wieso dichten Sie?"

Miguel Gane:

"Der soziale Faktor hat eine Rolle gespielt, ich entdeckte die spanische Sprache. Meine Eltern haben mich zu einem Privatlehrer geschickt. Rafael, das war sein Name, schrieb Gedichte. Ich habe Spanisch gelernt, indem ich Rafaels Gedichte las und mit ihm über die Worte sprach, was sie bedeuteten. Und dann sagte ich - ich mache dasselbe, ich fing an, meine eigenen Gedichte zu schreiben ... Und das war der Auslöser."

Cristina Giner, Euronews:

"Wie empfinden Sie diese rumänisch-spanische Dualität ?"

Miguel Gane:

Meine Staatsangehörigkeit ist immer noch rumänisch, da gibt es keine doppelte. Aber es ist kulturell interessant und auch für die Arbeit, denn wenn ich ein Buch schreiben möchte, das in Rumänien handelt, weiß ich schon, worum es da geht. Ich weiß, was dort passiert. Für diese Dualität bin ich dankbar, weil ich mehr Durchblick habe als jemand, die nur in einem Land lebt. Ich meine, wenn ich hier geboren wäre, würde ich nicht mehr über Rumänien wissen und umgekehrt, wenn ich dort geboren wäre, hätte ich mich nicht für spanische Kultur interessiert, wenn das über den Fußball hinausgeht. Für meine Arbeit ist das ein besonderer Punkt und für das Soziale auch. Ich habe noch viele Wurzeln in Rumänien, erhalte meine vielen Freunde dort."

Cristina Giner, Euronews:

"Was kann die EU zur Kultur beitragen, in Spanien und in Rumänien? Was meinen Sie?"

Miguel Gane:

"In der Welt, in der ich lebe - Literatur - ist die EU für uns kaum präsent, ich habe die EU noch nie als Akteur erlebt, kein einziges Mal. Räte ja, Regionen, aber nie irgendetwas, das die Flagge oder das Symbol der EU trägt. Damit muss ich sagen, dass sie bei mir nichts beigetragen hat. Spanien hat was beigetragen. Hoffentlich bringt sich die EU mehr ein und man nimmt die Politiker wahr, die mit der europäischen Kultur arbeiten. Hoffentlich werden die vielen Einwanderer entdeckt, die hier in Fotografie, Literatur und Kino aktiv sind. Ich merke allmählich, dass das rumänische Kino in Europa überhaupt keine Rückendeckung hat. Und es scheint mir ein ideales Kino zu sein, um mein Land kennenzulernen, kaum einer hat davon Ahnung, dabei sind da Filme drunter, die Oscars gewonnen haben. Hoffentlich geht da mal jemand weiter und gibt uns jungen Leuten unterschiedlicher Herkunft die Gelegenheit, etwas zusammen zu unternehmen. Hoffentlich."

su