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Lyra McKee († 29): Die Frage nach dem Warum?

Lyra McKee († 29): Die Frage nach dem Warum?
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REUTERS/CLODAGH KILCOYNE
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Londonderry in Nordirland, Teil des Vereinigten Königreichs. Es ist immer noch eine geteilte Stadt, auf der einen Seite des Flusses die Katholiken, die sich als Iren definieren, auf der anderen leben die Protestanten, die sich als Briten verstehen. Seit der Unterzeichnung des Karfreitagsabkommens 1998 wurden bildliche und tatsächliche Brücken gebaut, um zu versuchen, die gespaltene Gesellschaft zu einen. Doch am vergangenen Donnerstagabend wurde der Frieden gebrochen, als eine junge, unschuldige Frau erschossen wurde.

"Lyra McKee war eine aufstrebende 29-jährige Journalistin. Sie war hier in dieser Straße in Londonderry und hat nur ihre Arbeit gemacht, als sie über die Krawalle zum Jahrestag des Osteraufstandes berichtet hat. Sie war erst vor kurzem nach Londonderry gezogen, um bei ihrer Partnerin Sara zu sein. Sie wollten eigentlich nächste Woche in New York Urlaub machen, wo sie ihr einen Heiratsantrag machen wollte. Doch stattdessen ist ihr Leben nun vorbei. Sie wurde von einem Mitglied der "Neuen IRA" erschossen", kommentiert der Euronews-Korrespondent in Londonderry Vincent McAviney.

"Unsere Hoffnungen und Träume wurden durch einen einzigen barbarischen Akt ausgelöscht", sagte Lyras Lebenspartnerin Sara Canning auf einer Trauerkundgebung.

Saras enge Freundin Julie McLaughlin hat bei den Vorbereitungen der Beerdigung geholfen und erinnert sich an Lyra: "Sie wusste, was richtig war und sie setzte sich dafür ein. Sie hat sich viel mit Obdachlosigkeit beschäftigt und fühlte sich LGBT-Problemen tief verbunden. Sie war einfach eine brillante Person und sie hätten wirklich niemanden treffen und uns wegnehmen können, der netter war als sie. "

Viele Politiker und Aktivisten aus der Region und aus der ganzen Welt haben die Tat verurteilt. Auf der Suche nach Antworten, warum so etwas jetzt wieder geschieht, denken manche an den Brexit und die seit zwei Jahren andauernden Probleme bei der Regierungsbildung in Nordirland.

So auch der Vorsitzende der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Colum Eastwood: "Wir haben in Nordirland ein politisches Vakuum, das gefüllt werden muss, denn es kann zu echten Gefahren auf den Straßen führen. Deshalb müssen sich unsere Politiker- und ich habe an alle geschrieben, einschließlich den Premierminister und den Verteidigungsminister- endlich einigen. Die Menschen sind jetzt fest entschlossen, diese Leute loszuwerden und wir werden nicht zulassen, dass sie uns spalten."

Andere wie der Journalist Eamon McCann, der Lyra kannte, halten wirtschaftliche Probleme in der Region für die Hauptursache des wiederaufflammenden Hasses: "Sehen sie sich doch hier in der Gegend um. Überall sind Wandbilder und Grafittis von Männern mit Waffen. Im wahrsten Sinne des Wortes können die Jugendlichen nur zu diesen Bildern von bewaffneten Kämpfern aufschauen, zu diesen Helden einer glorreichen Vergangenheit. Wenn sie jetzt 14, 15, 16 Jahre alt sind und kein gutes Leben haben und auch keine guten Aussichten für die Zukunft, dann kann die Perspektive zu dieser Neuen IRA oder wie auch immer sie sich nennen durchaus glamurös wirken."

Doch viele hier wollen auch, dass Lyras Name und das, wofür sie stand, nie vergessen wird.