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Albanien bekommt Einladung zu EU-Beitrittsverhandlungen

Albanien bekommt Einladung zu EU-Beitrittsverhandlungen
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Die Außenbeauftrage der EU, Federica Mogherini, gab in der letzten Woche bekannt, dass die Europäische Kommission in diesem Jahr zum zweiten Mal die Aufnahme von Verhandlungen mit Albanien empfiehlt. Eine Einladung an den Balkan-Staat für einen möglichen künftigen Beitritt zur Europäischen Union.

euronews sprach mit dem Leiter der EU-Delegation in Albanien, Luigi Soreca.

euronews: "Herr Botschafter, Albanien steht vor kurz vor Verhandlungen zum EU-Beitritt. Was war Ihrer Meinung ausschlaggebend für diesen Schritt?"

Albanien mit umfassender Justizreform

Luigi Soreca: "Albanien hat seit Juni 2018 erhebliche Fortschritte gemacht. Zum einen mit der Justizreform - hier wurde das umgesetzt, was in der Verfassung von 2016 entschieden wurde, die Institutionen haben ihre Aufgaben übernommen. Heute, nachdem die verschiedenen Überprüfungsverfahren zu mehr als 140 Entscheidungen geführt haben, werden die einzelnen Kammern mit neuen Richtern besetzt. Dies ist eine beispiellose Reform, die Albanien über Europas Grenzen hinaus bekannter gemacht hat."

euronews: "Aber Albanien ist nicht nur für seine beispiellose Justizreform in der Welt bekannt, sondern auch für die Darstellung einiger Oppositionsparteien. Können Sie uns sagen, warum EU-Kommission und die Opposition in Ihrem Land zu unterschiedlichen Ansichten hinsichtlich Themen, wie organisierte Kriminalität und Korruption kommen?"

Luigi Soreca: "Die Vorwürfe der Opposition werden geprüft. Aber sie müssen mit der Rechtsstaatlichkeit im Einklang stehen. Wenn also Ermittlungen zu Entscheidungen führen, dann wird die Europäische Union, sowohl die Anklage, als auch die Verurteilung berücksichtigen."

euronews: "93 % der Albaner unterstützen diesen Prozess, aber es wird nicht von allen politischen Parteien im Land getragen."

Luigi Soreca: "Ich kann Ihnen sagen, dass ich sehr froh darüber bin, dass wir mit 93 % eine so hohe Unterstützung haben. Das ist mehr als in den meisten, wenn nicht sogar in allen unserer Mitgliedsstaaten. Die Verantwortung liegt jetzt bei der Europäischen Union und beim politischen System Albaniens das umzusetzen. Die EU muss jetzt auf diesen Aufruf der albanischen Bürger reagieren."

Grund zu Optimismus

euronews: "Nun erwartet jeder, dass der EU-Ministerrat Mitte Juni eine Entscheidung zu Albanien trifft. Was denken Sie, wie die Entscheidung ausfallen könnte?"

Luigi Soreca: "Meiner Meinung nach sollten wir uns den Optimismus bewahren, der von denen ausgeht, die gut gearbeitet haben. Dieser Optimismus spricht für das, was Albanien geleistet hat. Aber es gibt auch einen gewissen Pragmatismus. Und deshalb möchte ich zum Schluss alle politischen Seiten aufrufen, die derzeitige Pattsituation zu überwinden und das nationale Interesse der Albaner zu berücksichtigen und es als Richtung vorzugeben. Es ist an der Zeit, die Spaltungen zu überwinden und den Willen der albanischen Bürger zu beachten."