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100 Milionen Schweine sterben - Deutschland soll liefern

100 Milionen Schweine sterben - Deutschland soll liefern
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Bild von suju auf Pixabay
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In China grassiert die Afrikanische Schweinepest. Es wird erwartet, dass bis Ende 2019 100 Millionen Tiere an der Krankheit sterben. Es ist die bislang größte globale Tierseuche.

China hat weltweit die meisten Schweine. Für den Menschen ist die Krankheit zwar ungefährlich, die Schweine tötet sie aber.

In Folge stiegen die Preise von Schweinefleisch in China um zweistellige Prozentsätze. Nun soll Deutschland helfen.

Die deutsche Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) war zu Besuch in Peking. "Es ist der hohe Wunsch an uns herangetragen worden, mehr Schweinefleisch nach China zu exportieren", sagte sie.

Das ist gut für die deutschen Schweinemäster: Schon jetzt merken sie, dass China deutlich mehr importiert. Die Preise pro Kilo stiegen laut Matthias Quaing, Marktexperte bei der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN), seit März von 1,40 Euro auf 1,80 Euro.

Das sei ein Aufschwung nach eher schlechten Jahren, so Quaing. Vergangenes Jahr hätten die Preise fast durchgängig unter 1,50 Euro gelegen. Jedoch reiche der jetzige Anstieg nicht aus. "Für eine kostendeckende Produktion brauchen wir eigentlich einen Preis von 1,70 Euro." Wenn jetzt die Preise ein paar Wochen lang über den Produktionskosten lägen, gleiche das noch nicht ein ganzes Jahr aus.

Insgesamt gibt es in China mehr als 400 Millionen Schweine. Es wird erwartet, dass die Krankheit 20 Prozent davon dahinraffen wird.

Schweinepest auch ein Risiko für Deutschland?

Könnte die Schweinepest auch in Deutschland gefährlich werden? Laut Klöckner besteht keine große Sorge: "Die Gefahr, dass es nach Deutschland eingeführt wird, sehe ich als gering an, weil wir intensiv darauf achten. Aber weltweit breitet es sich aus." Sie verweist auf Länder in Osteuropa wie Polen, Ungarn und Bulgarien, wo auch Haus- und Wildschweine leicht in Kontakt kommen.

Der «Risikofaktor» sei vor allem der Mensch, der Fleischprodukte über die Grenze mitbringe. Denn der Erreger ist sehr resistent gegen Kälte und Hitze, lässt sich damit leicht übertragen. Deutschland habe daher seine grenzüberschreitende Vorbeugung, Kooperation und auch die Aufklärung entlang den Autobahnen verstärkt, sagt Klöckner. "Wir sehen die Ausbreitung von Osteuropa kommend, aber damit sind unsere Präventionsmaßnahmen immer stärker geworden."

Bisher gilt: Tritt irgendwo in Deutschland die Tierseuche auf, darf das Schweinefleisch - egal aus welcher Region - nicht mehr nach China exportiert werden. Eine Horrorvorstellung für deutsche Schweinehalter und Schlachtkonzerne. Ob das tatsächlich so kommen muss, hat Klöckner in Peking auch besprochen. So will sich jetzt eine Delegation aus China in Deutschland die Vorkehrungen zur Eindämmung genau anschauen, um das pauschale Vorgehen noch einmal zu überdenken.