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Lampedusa fürchtet sich vor Migranten

Lampedusa fürchtet sich vor Migranten
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Das Rettungsschiff Sea-Watch 3 - seit Freitag liegt es vor der Insel Lampedusa, in Sichtweite des Ufers, vor Anker. Zwei Wochen lang fuhr es vor der Südküste Italiens auf hoher See - denn die Küstenwache hinderte es daran, in den Hafen Lampedusas einzulaufen Einheimische und Touristen kommen zu den Felsen auf der Insel, um einen Blick auf das Rettungsschiff zu werfen.

Eine Frau sagt: "Im Moment ist alles ruhig, keine Spur von Spannung. Das Tourismusgeschäft läuft normal weiter. Aber auf lange Sicht kann diese Situation für uns gefährlich sein. Kein Wunder, dass hier Lega die Wahlen gewonnen hat."

Im Juni verabschiedete das Innenministerium einen Erlass, der es erlaubt, Schiffen, die offensichtlich ein Sicherheitsrisiko darstellen, den Eintritt in ihre Hoheitsgewässer zu verweigern.

"Migranten muss geholfen werden, aber nicht hier"

Die Touristen hier in Lampedusa beschreiben die Situation als ruhig:

"Ich fühle mich durch diese Situation nicht gestört. Den armen Migranten muss geholfen werden - aber nicht hier. Wir sollten ihnen helfen, dorthin zu gelangen, wo sie leben, das sollte nicht hier sein".

Der örtliche Bürgermeister Salvatore Martello, der zuvor kritisierte, dass Lampedusa mit dem Zustrom von Migranten allein gelassen werde, forderte eine gemeinsame und systematische Lösung.

Anwohner fühlen sich nicht ernst genommen

"Das Problem der Migration muss untersucht und mit allen europäischen Partnern diskutiert werden. Wir müssen gemeinsam verstehen, was zu tun ist, um die Migranten daran zu hindern, mit ihren Booten hier anzulegen. Boote, die von Menschen gesteuert werden, die kein Gewissen haben. Die das Geld der Flüchtlinge nehmen und sie trotzdem praktisch dem Tod überlassen."

Die Anwohner denken, dass die Behörden vor Ort durch das Migrationsproblem von den wirklichen Problemen abgelenkt werden. Die Menschen fühlen sich dann nicht ernst genommen und sehen ihre Existenz gefährdet. Deshalb haben viele es vorgezogen, für Lega zu stimmen, die hier bei den letzten Wahlen gewonnen hat.