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Blauer Panda schützt Schildkröten gegen Ölbohrer

Blauer Panda schützt Schildkröten gegen Ölbohrer
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Steht die griechische Paradies-Insel Zakynthos vor dem ökologischen Kollaps? Das natürliche Gleichgewicht um die Insel sei gefährdet, warnt die Naturschutzorganisation WWF.

Die griechische Regierung hat 17.000 Quadratkilometer im Mittelmeer für die Suche nach Öl und Erdgas freigegeben. Die Petrofirmen wollen schon bald mit den Probebohrungen beginnen.

Blauer Panda auf Rettungskurs

Das Campagnen-Schiff des WWF, der "Blaue Panda", nimmt Kurs Richtung Ionische Inseln. Auch Zakynthos gehört zu dieser Inselgruppe.

An Bord des "Blauen Panda" befindet sich der WWF-Generaldirektor für Griechenland, Demitres Karavellas: "Es geht um ökologisch sehr wertvolle Gebiete", betont er. "Ausserdem ist die Region wichtig für den Tourismus. Die Ionischen Inseln erwirtschaften ein Drittel ihres Bruttosozialproduktes mit Tourismus. Stellen Sie sich vor, was es für diese Inseln bedeuten würde, wenn es zu einem Bohrunfall käme und Öl austräte."

Protesttaucher fordern: Rettet Eurer Paradies

Das Campagnenschiff des WWF wirft Anker vor Zakynthos, Ithaka und Kefalonia. Ziel der Aktion: Bevölkerung und Touristen sollen über die Bohrpläne informiert werden.

Die Aktivisten protestieren sogar unter Wasser: "Rettet Euer Paradies!" und "Rettet das Mittelmeer" war auf den Unterwasserplakaten zu lesen. In den sozialen Medien kann die Campagne unter dem Hashtag #OilFreeGreece verfolgt werden.

Damoklesschwert über Schildkröten-Kinderstube

Besondere Sorgen machen sich die Umweltschützer über gefährdete Schildrötenarten - wie die Unechte Karettschildkröte.

Denn auf dem Sekania-Strand auf Zakynthos legen die seltenen Tiere ihre Eier. Es handelt sich um die wichtigste Schildröten-Kinderstube im gesamten Mittelmeerraum. So viele Eier wie hier legt die Unechte Karettschildkröte nirgendwo.

Ölbohrer bedrohen Eier

Charikleia Minotou leitet das Zakynthos-Projekt: «Der Strand von Sekania muss geschützt werden. Angesichts der Ölbohrungen ist das wichtiger denn je. Die Bohrungen bedrohen die Seeschildkröten. Wenn deren Lebensraum zerstört wird, dann wird es auch keine Babyschildkröten mehr geben."

Die Regierung in Athen argumentiert mit Energiesicherheit, man sei künftig weniger abhängig von Öl- und Gaslieferungen aus dem Ausland, wenn man die eigenen Quellen nutze.

Schlaflose Nächte für Hotelmanager

Hotelbesitzer Antonis Nikoloudakis denkt anders: «Erdölbohrungen sind in Europa mittlerweile ein Auslaufmodell. Doch Griechenland macht einfach weiter. Ein Bohrunfall hätte zerstörerische Folgen sowohl für die Natur auf Zakynthos wie auch für den Tourismus, der die Haupteinnahmequelle aller Ionischen Inseln ist."

Auf Initiative des WWF Griechenland und des Pelagos Forschungsinstitutes haben weltweit hundert Wissenschaftler einen Apell an den griechischen Regierungschef unterzeichnet. Sie bitten darum, die Erlaubnis für die Bohrungen zurückzunehmen.

Euronews-Korrespondent Apostolos Staikos war vor Ort. Sein Kommentar: «Die Regierung betont, dass sie alle rechtlichen Vorgaben der Europäischen Union im Umweltschutzbereich einhält, die strengsten der Welt. Doch Umweltschützer warnen, dass wir ökologisch hochsensible See- und Küstengebiete für zweifelhafte Profitinteressen aufs Spiel setzen."