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Tipps aus Spanien: So überstehen Sie die Hitzewelle

Tipps aus Spanien: So überstehen Sie die Hitzewelle
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Reuters/ Juan Medina
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Der Klimawandel begünstigt extreme Wetterlagen. Hitzewellen, wie die, die Europa derzeit erlebt, werden immer häufiger. Können Menschen in Zentral- und Nordeuropa sich daran gewöhnen?

In vielen Ländern Südeuropas leben die Menschen schon lange mit heißen Temperaturen. Wir haben bei Spaniern nachgefragt, wie sie mit der Hitze umgehen. Tatsächlich sind viele der spanischen Traditionen den oft heißen Sommern geschuldet.

Regel Nummer 1: Bleiben Sie im Schatten

Die spanische Siesta ist womöglich die bekannteste spanische Tradition. Zwischen Mittag und dem späten Nachmittag geht in den meisten spanischen Ortschaften nicht viel - Geschäfte und Büro bleiben geschlossen.

Dabei geht es nicht so sehr darum, während dieser Zeit ein Nickerchen zu machen. Es ist schlichtweg zu heiß, bei 40° Celsius zwischen hitzeabstrahlendem Beton einer Stadt herumzulaufen. Die Siesta dient dazu, Schutz vor der Hitze zu finden. Die meisten Studien zeigen zudem, dass die spanische Siesta ein Mythos ist. Mehr als die Hälfte der Spanier (60 Prozent) machen nie ein Nickerchen.

Gibt es keine Klimaanlage, ist sie manchmal der beste - und einzige Weg, die Hitze zu überleben.

Die durch die Siesta verschobenen Arbeitszeiten sind weder für die Produktivität noch für das Privatleben besonders vorteilhaft - doch bisher sind verschiedene Regierungen daran gescheitert, die Siesta abzuschaffen.

Dennoch sind diese Arbeitszeiten sowohl für die Produktivität als auch für das Privatleben ziemlich schlecht. Unterschiedliche spanische Regierungen haben wiederholt versucht, sie abzuschaffen, ohne Erfolg.

REUTERS/Jon Nazca
Touristen mit Sonnenschirmen in Ronda, SüdspanienREUTERS/Jon Nazca

Regel Nummer 2: Bleiben Sie im Schatten

Spanier sind oft überrascht (und ein wenig entsetzt) darüber, dass Touristen nach ihrer Ankunft in Spanien stundenlang in der Sonne verweilen. Touristen, die gegen 15 Uhr, wenn es am heißesten ist, die Stadtzentren besuchen stoßen bei Spaniern schlichtweg auf Unverständnis.

Nein, wirklich. Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen über 36ºC sollten sie am besten ein schattiges Fleckchen suchen. Keine Sorge, sie werden trotzdem braun.

Viele Nordeuropa denken, dass Spanier stundenlang in der Sonne bleiben können. Oft bekommen sie hören: "Hey, du bist Spanier, an so etwas bist du doch gewöhnt." Nein. Sie haben gelernt, dass man die intensive Sonneneinstrahlung meiden muss.

Je enger die Straßen sind, desto mehr Schatten. Viele spanische Stadtzentren stammen aus einer Zeit, in der die Araber auf der iberischen Halbinsel waren. Von Saragossa bis Sevilla sind die Straßen der Altstadt komplizierte Labyrinthe, die den ganzen Tag über natürlichen Schatten bieten. In Madrid, wo die Straßen breiter sind, bieten Sonnenschirme und überdachte Geschäfte Schutz vor der sengenden Sonne.

Regel Nummer 3: Bleiben Sie im Schatten

Wenn Sie keine größeren Verpflichtungen haben - oder keinen geeigneten Ort zum Schwimmen - sollten Sie sich nicht vor 16 Uhr aus dem Schatten bewegen, tatsächlich nicht einmal vor 18 Uhr.

Besucher sind oft überrascht, wie spät die Spanier zu Abend essen oder nachts ausgehen. Aber wie viele andere Europäer inzwischen gelernt haben - bei Höchsttemperaturen um die 40ºC gibt es draußen vor 20 Uhr oder sogar später - wirklich nicht viel zu tun.

Die Devise ist: sich gedulden, bis die Temperaturen auf unter 30° Celsius fallen, um Freunde zu treffen oder einen Spaziergang zu machen. Zudem ist es auch schwierig bei Temperaturen über 25ºC zu schlafen. Die Nacht ist der einzige Moment, in dem man auf etwas frische Luft hoffen kann.

Ирина Кудрявцева- Pixabay

Regel Nummer 4: Trinken Sie Gazpacho

Jeder sollte inzwischen wissen, dass Hydratation einer der Schlüssel zum Überleben einer extremen Hitzewelle ist. Gazpacho, eine Art Suppe, die mit Tomaten und Gurken zubereitet wird (Rezepte sind geheim und es gibt unendlich viele), besteht zu 95% aus Wasser. Kalt serviert, kann sie in der Hitzewelle für Abkühlung sorgen.

Tapas, wahrscheinlich die zweitbekannteste spanische Tradition der Welt, sind auch an die Hitze angepasst. Eine schwere Mahlzeit dagegen würde die Auswirkungen der Hitze nur noch zusätzlich verstärken. Der Verzehr kleinerer Mengen an frischen Lebensmitteln (wie Salaten, Fleisch oder Fisch ohne eine dicke cremige Sauce) hilft, die Hitze zu überstehen.

In Spanien ist es auch durchaus üblich, einen "Café con hielo" (Eiskaffee) zu bestellen. Das ist nicht gleich wie ein "Frappé", den wir alle kennen, sondern nur ein normaler Kaffee, den man auf ein Glas mit Eiswürfeln gießt. Der Vorteil ist, dass der Kaffee schnell kalt wird, aber nicht mit dem Schmelzwasser überflutet wird. Und er funktioniert.

Quasipodo, CC BY-SA 3.0
"Sangría", traditional spanish drink, made into a watermelonQuasipodo, CC BY-SA 3.0Wikimedia Commons

...und was ist mit Sangría?

Fiesta ist möglicherweise dritte Tradition, die weltweit bekannt ist. Oder ist sie die erste? Könnte sie damit zusammenhängen, dass es sehr schwierig ist, bei hohen Temperaturen früh schlafen zu gehen?

Im allgemeinen ist Alkohol bei hohen Temperaturen keine gute Idee, deshalb sind die "Nationalgetränke" in Spanien wahrscheinlich Sangría, oder sehr leichte Biere, manchmal gemischt mit Limonade - und vor allem extrem (!) kalt serviert.

Ein weiteres spanisches Geheimnis, um bei Hitze einen kühlen Kopf zu bewahren, sind die "Botijo". Der poröse Ton dieses traditionellen mediterranen Behälters hält das Wasser trotz hoher Temperaturen kalt. Heute sind sie kaum noch im Einsatz, aber in früheren Zeiten wurden sie häufig von spanischen Bauern oder Arbeitern genutzt, gerade auch in den heißesten Gebieten der iberischen Halbinsel wie Andalusien, Kastilien, Aragonien oder dem Osten der iberischen Halbinsel.