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Kultur oder Tortur? Stierkampf zurück auf Mallorca

Kultur oder Tortur? Stierkampf zurück auf Mallorca
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Ein Comeback, so umjubelt wie umstritten: Nach zwei Jahren Zwangspause haben auf Mallorca wieder die ersten Stierkämpfe stattgefunden.

Jubel und Protest

Rund 10.000 Fans schauten in der Hauptstadt Palma zu, wie vier Toreros gegen acht Bullen antraten und ihnen schließlich den Todesstoß versetzten. Aus Protest gegen diese blutige Tradition stürmte ein Flitzer in die Arena. "Corridas never again", stand auf seiner Brust.

"Diese Menschen, die gegen Stierkämpfe auf den Balearen mobilmachen, erreichen doch nur das Gegenteil: Sie wecken noch mehr Interesse“, meinte ein Zuschauer.

Tatsächlich war der Ansturm auf die Kassenhäuschen vor dem Kampf groß. Auf der anderen Straßenseite demonstrierten lautstark Tierschützer. "Kultur ist nicht Tortur", lautete einer ihrer Slogans.

Verbot gilt nun nur noch auf den Kanaren

Das spanische Verfassungsgericht hatte die auf Mallorca seit 2017 verbotenen Stierkämpfe wieder zugelassen. Die Begründung: Sie seien nationales Kulturgut und über ein Verbot dürften nicht Regionen, sondern nur der Staat entscheiden.

Nachdem bereits 2016 in Katalonien ein entsprechendes Verbot rückgängig gemacht worden war, sind nun die Kanaren die einzige Region des Landes, in der noch ein Stierkampfverbot gilt. Dort gibt es allerdings auch keine Tradition dieses Spektakels.

Vor allem junge Spanier gegen Stierkampf

Laut einer Umfrage sind inzwischen 56 Prozent der Spanier gegen das aus dem Mittelalter stammende Brauchtum. Vor allem in der jüngeren Bevölkerung regt sich seit Jahren Widerstand.

Doch der Stierkampf ist in Spanien ein großes Geschäft. Allein die mehr als tausend Zuchtbetriebe mit rund 70.000 Mitarbeitern erwirtschaften jährlich rund 1,5 Milliarden Euro.