100 Kilometer langer Tunnel geplant: Zukunftsprojekte am Cern

100 Kilometer langer Tunnel geplant: Zukunftsprojekte am Cern
Von Claudio Rosmino
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Der größte Teilchenbeschleuniger der Welt am Cern bei Genf wird grundlegend überarbeitet, um künftig noch mehr Erkenntnisse über das Universum zu liefern. Zudem sind weitere Riesenprojekte in Planung.

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Die Europäische Organisation für Kernforschung, kurz Cern, bei Genf, betreibt bereits den größten Teilchenbeschleuniger der Welt, den LHC. Elf Jahre nachdem die Forscher erstmals Protonen durch den 27 Kilometer langen Tunnel schickten, wird er seit Dezember grundlegend überarbeitet. Anfang 2021 soll er wieder in Betrieb gehen, um weitere Erkenntnisse über die Entstehung des Universums zu liefern.

Das Motto der Wissenschaftler, die am Cern arbeiten: "Das winzig Kleine untersuchen, um das unendlich Große zu verstehen." Die Cern-Physikerinnen suchen unter anderem Erkenntnisse über die ersten Nanosekunden nach dem Urknall. Zudem wollen sie bislang unbekannte Teilchen nachweisen. Der reparierte Teilchenbeschleuniger soll die Protonen mit noch mehr Energie durch die Röhre befördern.

"Es gibt viele spannende und wichtige Fragen, auf die wir keine Antworten haben", so Cern-Generaldirektorin Fabiola Gianotti. "95 Prozent des Universums sind unbekannt. Wir wissen nicht, wo die Materie ist und viele andere Dinge. Eine Sache, die ich gerne verstehen würde, ist die Zusammensetzung der Dunklen Materie. Das wäre toll, denn es würde das Verständnis über das Universum von derzeit 5 auf 30 Prozent verbessern."

Der bestehende LHC-Beschleuniger soll nach der Wiederinbetriebnahme noch 20 Jahre laufen. Parallel arbeitet das Cern am sogenannten HiLumi LHC-Projekt, eine Verbesserung des derzeitigen Teilchenbeschleunigers, die mit mehr Luminosität für noch mehr Protononenkollisionen sorgen und 2025 in Betrieb gehen soll. 

Zudem gibt es Pläne für einen 100 Kilometer langen neuen Beschleuniger unter dem Genfer See. In dem Beschleuniger Future-Circular Collider (FCC), für den insgesamt 24 Milliarden Euro veranschlagt sind, würden ab Ende der 30er Jahre Elektronen und Positronen auf Kollisionskurs gebracht.

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