Eilmeldung

Russland-Afrika-Gipfel: neue Impulse für alte Beziehungen

Russland-Afrika-Gipfel: neue Impulse für alte Beziehungen
Euronews logo
Schriftgrösse Aa Aa

Zwei Tage, um den historischen Beziehungen zwischen Afrika und Russland neue Impulse zu geben: Das ist das ehrgeizige Ziel des ersten Russland-Afrika-Gipfels in Sotschi gewesen. Den gemeinsamen Vorsitz führten der russische Präsident Vladimir Putin und sein ägyptischer Amtskollege, Präsident Abdel Fattah al-Sisi, der derzeit auch Präsident der Afrikanischen Union ist.

Vor mehr als 40 afrikanischen Staatschefs und Tausenden von Teilnehmern bekräftigte Putin die Notwendigkeit, das Handelsvolumen zwischen Russland und Afrika zu steigern:

"In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Handel zwischen Russland und den afrikanischen Ländern auf mehr als 20 Milliarden Dollar fast verdoppelt, das ist zu wenig. Von diesen 20 Milliarden Dollar entfallen 7,7 Milliarden Dollar auf unseren Handel mit Ägypten, das sind fast 40 Prozent, wohingegen es in Afrika viele vielversprechende Partner mit großem Wachstumspotenzial gibt! Also ist das natürlich nicht genug."

Russland will an alte Zeiten anknüpfen

Russland versucht an Zeiten anzuknüpfen, als der sowjetische Einfluss auf dem afrikanischen Kontinent stärker war. Moskau hatte sich durch die Unterstützung der Dekolonisationskämpfe einen prominenten Platz geschaffen, besonders in Mali, einem Land, das seit fast 60 Jahren ein Freund ist, erinnert sich Präsident Ibrahim Boubacar Keïta:

"Bereits 1961 gab es Angebote aus Russland, mit uns zusammenzuarbeiten. Unsere ersten Industrieeinheiten haben wir Russland zu verdanken. Sie ermöglichten es uns, staatliche Unternehmen und Unternehmen in Mali zu gründen, die ein Symbol für die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern wurden. Und ich denke, es gibt ein neues Abkommen, eine neue Ära, in der alles neu überdacht wird. Das ist also ein neues Zeichen der Zusammenarbeit, die mit Russland in allen Bereichen wieder aufgenommen wird. Von nun an werden wir alle drei Jahre einen Gipfel organisieren, manchmal in Afrika, manchmal hier in Russland."

Russisches Fachwissen ist gefragt

Neben den traditionellen militärischen Aufträgen ist Mali, wie andere afrikanische Länder, auf russisches Fachwissen angewiesen, um andere Sektoren zu entwickeln:

"Mali ist eine Logistikdrehscheibe", so Safia Boly, die malische Ministerin, die für die Förderung privater Investitionen zuständig ist. _"Wir grenzen an sieben verschiedene Länder. Wir haben als Binnenland eine gute Infrastruktur, die es uns ermöglicht, nicht nur mehrere Länder in der Subregion zu verbinden, sondern auch die Exportmöglichkeiten für unsere Unternehmen zu erhöhen. Wir verfügen über sehr gute Minenreserven, wir haben im vergangenen Jahr 66 Tonnen Gold produziert, und wir wissen, dass die Möglichkeiten viel größer sind. Der dritte Sektor ist die Agrarindustrie, in der wir ebenfalls über ein sehr großes Potenzial verfügen und auch für diesen Bereich wollen wir mehr russische Investoren gewinnen."
_

"Beide Seiten sind auf Wachstumskurs und das bedeutet, dass wir zum Nutzen aller zusammenarbeiten müssen."
Pavel Sorokin
stellvertretender Energieminister Russlands

Geschäftspartner auf Augenhöhe

Auch wenn Russland viel zu bieten hat, positioniert sich das Land nicht als Retter, sondern als Geschäftspartner für Win-win-Situationen:

"Es geht im Wesentlichen um eine faire Zusammenarbeit zwischen zwei Seiten. Das gibt uns beiden die Möglichkeit, neue Technologien zu entwickeln und diese zu teilen", so der russische stellvertretende Energieminister Pavel Sorokin. "Ich bin fest davon überzeugt, dass unsere Unternehmen, unsere Erfolgsbilanz zeigt, dass wir Technologie teilen, dass wir bereit sind, Kultur zu teilen, dass wir bereit sind, Kultur von unseren Partnern aufzunehmen und gemeinsam zu wachsen. Beide Seiten sind auf Wachstumskurs und das bedeutet, dass wir zum Nutzen aller zusammenarbeiten müssen."

Africanews-Reporterin Bridget Ugwe vor Ort: "In seiner Abschlussrede betonte Vladimir Putin sein Engagement für die Stärkung der Sicherheit auf dem Kontinent. Er bekräftigte auch, dass Win-Win-Partnerschaften in so unterschiedlichen Bereichen wie Kohlenwasserstoffe, öffentliche Gesundheit und Verkehr aufgebaut werden müssen. Russland will sich künftig als privilegierter Partner auf einem Kontinent positionieren, auf dem China oder der Westen bisher einige Schritte voraus waren. Um das zu erreichen, will das Land auf seine militärische Fachkompetenz zurückgreifen, aber auch Dialog und Partnerschaften fördern."

Euronews kann nicht mehr über Internet Explorer abgerufen werden. Der Browser wird von Microsoft nicht aktualisiert und unterstützt die neuesten technischen Entwicklungen nicht. Wir empfehlen Ihnen, einen anderen Browser wie Edge, Safari, Google Chrome oder Mozilla Firefox zu benutzen.