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Tumult vor Gericht wegen 22 Monaten Haftstrafe für BMW-Testfahrer

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Die Geschichte vom BMW-Testfahrer, der in der Berufungsverhandlung vom Landgericht Landshut zu 22 Monaten Haft verurteilt wurde, macht nicht nur in den Lokalmedien Schlagzeilen.

Im Juni 2018 war der BMW-Chefentwickler in einem M850i-Coupé mit seiner zukünftigen Schwiegermutter bei Bonbruck im Landkreis Landshut in einer Kurve von der Fahrbahn abgekommen und in mehrere Bäume gerast. Die 53-Jährige, die ebenfalls bei BMW arbeitete und offenbar schnelle Autos liebte, kam bei dem Unfall mit einem sogenannten Erlkönig ums Leben. Ein Erlkönig ist ein getarnter Prototyp eines Neuwagens. Der Fahrer des Sportwagens wurde nur leicht verletzt.

Haftstrafe ohne Bewährung wegen fahrlässiger Tötung

Wie der Münchner Merkur und die Internetseite verschiedener Zeitungen IDOWA berichten wurde der inzwischen 39 Jahre alte Testfahrer am Donnerstag wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs zu einer Hafttstrafe von einem Jahr und zehn Monaten ohne Bewährung verurteilt. Von einem professionellen Fahrer müsse man mehr erwarten, meinte der Vorsitzende Richter in Landshut. Zudem verliert der Testfahrer zwei Jahre lang seinen Führerschein.

Die Staatsanwaltschaft hatte Berufung eingelegt, nachdem das Amtsgericht Landshut den Ingenieur zu einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung verurteilt hatte. Staatsanwalt Gerd Strohmer erklärte, ein normaler Fahrer sei mit 70 und nicht mit 116 km/h in diese Kurver gefahren. Freunde des Testfahrers beschimpften den Staatsanwalt nach der Urteilsverkündung: "Bist Du jetzt zufrieden, Du Wichser?"

Bei der Berufungsverhandlung hatte der Angeklagte laut Münchner Merkur erklärt, dass er die Fahrt bereue.

Ich kann mir bis heute nicht verzeihen, was passiert ist, und ich wünschte, ich wäre nicht losgefahren und hätte ihr den Wunsch nicht erfüllt.
BMW-Chefentwickler
Vor Gericht nach Unfalltod der Schwiegermutter

Kurz nach dem Unfall hatte der Testfahrer seine vorherige Freundin geheiratet. Die Frau begleitete den Ingenieur auch zum Prozess in Landshut und war geschockt über das Urteil. Eine Verwandte warf dem Staatsanwalt vor, er stürze die Kinder der Familie noch mehr ins Unglück.

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