Eilmeldung
This content is not available in your region

26 Tage Arbeitskampf in Frankreich - Längster Streik seit 1995

euronews_icons_loading
26 Tage Arbeitskampf in Frankreich - Längster Streik seit 1995
Copyright  AP   -   David Vincent
Schriftgrösse Aa Aa

Das Chaos im öffentlichen Nah- und Fernverkehr in Frankreich hält an. Der Ausstand gegen die geplante Rentenreform ist mit 26 Tagen nun länger als der große Streik im Winter 1995.

Nur die Hälfte der Hochgeschwindigkeitszüge und ein Viertel der Regionalzüge verkehren. Die Reisenden werden immer frustrierter:

"Ich bin überrascht, dass es schon einen Monat dauert. Ich denke, es ist sehr ärgerlich für die Leute, die hier leben".

Es ist ärgerlich und hat manchmal sogar Folgen für die Karriere:

"Ich war so müde, dass ich meinen Job gekündigt habe. Ich werde einen neuen Job finden, näher am Gare du Nord".

"Das hat sie dazu gebracht, Ihren Job zu kündigen"?

"Dieser Streik hat zu dieser Entscheidung beigetragen".

Der Dauerstreik legt seit dem 5. Dezember vor allem den öffentlichen Nahverkehr in Paris und den Fernverkehr im Land lahm. Eine schnelle Lösung zeichnet sich im Machtkampf zwischen der Regierung und den Gewerkschaften nicht ab. Am 7. Januar sollen die Verhandlungen fortgesetzt werden.

Aber zuerst sind alle Augen auf den französischen Präsidenten Emmanuel Macron gerichtet. Nachdem er wochenlang Premierminister Edouard Philippe die Leitung der Regierung überlassen hat, wird nun mit Spannung Macrons Neujahrsansprache im Fernsehen erwartet.

Philippe Martinez, der Chef der linken Gewerkschaft CGT beschuldigt die Regierung, die Situation zu verschlimmern. Die CFDT, die wichtigste reformistische Gewerkschaft, erklärte, es habe konstruktive Diskussionen gegeben.

Beide Gewerkschaften lehnen allerdings die Anhebung des Renteneintrittsalters von derzeit 62 auf künftig 64 Jahre konsequent ab. Auf den französischen Präsidenten kommen schwierige Zeiten zu.

Eine von ihm angeregte Streikpause kam nicht zustande. Für Silvester werden massive Beeinträchtigungen erwartet. Emmanuel Macron steht ein schwieriges Jahr bevor.