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Streit um Mega-Kohlewerk in Australien: Siemens in der Kritik

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Streit um Mega-Kohlewerk in Australien: Siemens in der Kritik
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Vor zahlreichen Siemens-Standorten in Deutschland haben gestern Klimaschützer demonstriert. Die Forderung der Fridays-for-Future-Aktivisten: Der Konzern soll seine Beteiligung am Bau einer gigantischen Kohlemine in Australien stoppen.

Eines der größten Kohlebergwerke der Welt

Siemens steht wegen der geplanten Lieferung einer Signalanlage für das Kraftwerk schon lang in der Kritik. Das Mega-Projekt bedroht laut Umweltexperten den Lebensraum indigener Völker und zahlreicher Tiere. Zudem könnte die Mine nach ihrer Fertigstellung Wasserverbrauch und CO2-Ausstoß massiv in die Höhe treiben – in einem Land, das die Folgen des Klimawandels schon jetzt spürt.

Auch in Australien gingen Zehntausende Klimaaktivisten auf die Straße. Ihre Wut richtet sich gegen Siemens, aber auch gegen die Regierung, die zu wenig gegen die seit Wochen wütenden Feuer und den Klimawandel unternehme.

Kaeser macht Neubauer Angebot

Siemens-Chef Joe Kaeser kündigte an, man werde die Beteiligung an dem Kohleprojekt prüfen und überdenken. Am Montag soll eine Entscheidung fallen.

Zudem bot er der deutschen Klimaaktivistin Luisa Neubauer einen Sitz in einem neu zu schaffenden Aufsichtsgremium der Unternehmenstochter Siemens Energy an. Neubauer zeigte sich überrascht. Sie werde Kaeser bald Rückmeldung geben, sagte die 23-Jährige am Freitagabend in Berlin.

Die Kernfrage seien aber nicht "irgendwelche Aufsichtsratsgeschichten", sondern ob Siemens an den Investitionen festhalte, obwohl sich der Konzern bewusst sei, welche Konsequenzen dies für das Weltklima habe.

Alles nur "Greenwashing"?

Siemens bemüht sich seit einiger Zeit um ein grüneres Image. Bis 2030 will der Konzern klimaneutral sein. Dazu stehen die Kohle-Pläne in Australien im krassen Gegenteil, sagen Kritiker.

Auftraggeber des großen Kraftwerks ist die Adani Group mit Hauptsitz in Indien. Das Werk soll aus fünf Untertageminen und sechs Tagebaustätten bestehen und bis zu 60 Millionen Tonnen Kohle pro Jahr fördern.

Auch Greta Thunberg hat sich inwischen in die Kontroverse eingeschaltet.