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Bewegende Trauerfeier für die Anschlagsopfer von Hanau

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Bewegende Trauerfeier für die Anschlagsopfer von Hanau
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Mit einer zentralen Trauerfeier haben Politiker und Angehörige am Mittwoch in Hanau an die Opfer des rassistischen Anschlags vor zwei Wochen erinnert. Unter den 650 Trauergästen waren unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier.

Frank-Walter Steinmeier nannte jeden einzelnen der Getöteten mit Namen. Seine Rede war auch ein Plädoyer für die freiheitliche Demokratie. Demokratie lebe nicht, weil das Grundgesetz sie verordne, sie lebe und bleibe nur, wenn wir sie wollten und uns in ihr engagierten. "Wir müssen die Demokratie aktiv verteidigen. Und wenn ich sage 'Wir' , dann der Staat und ich und jeder Einzelne", so Steinmeier.

"Mein Herz blutet dermaßen, ich kann es kaum in Worte fassen"

Neun Menschen mit ausländischen Wurzeln hatte ein 43-jähriger Deutscher am Abend des 19. Februar in der Hanauer Innenstadt erschossen. Die überwiegend jungen Opfer wurden in einer Bar und einem Kiosk getötet.

Einer der Redner auf der Trauerfeier war Kemal Koçak. Er war mit vielen der Opfer befreundet und beschrieb den Kiosk als einen familiären Treffpunkt. Manche seien jeden Tag gekommen. "Mein Herz blutet dermaßen, ich kann es kaum in Worte fassen", sagt Koçak. An die, "die oben am großen Hebel stehen", sagte Koçak, wolle man keine Worte mehr hören, sondern man wolle die Politik handeln sehen.

AFP
Ajla Kurtović, Schwester des Anschlagsopfers Hamsa KurtovićAFP

Ajla Kurtović hat ihren Bruder Hamsa bei dem Anschlag verloren. Sie sagte vor den Trauergästen:

"Vassungslosgkeit herrscht darüber, dass nach so einer schrecklichen Tat Hass und Rassismus in unserer Gesellschaft und im Netz nicht aufgehört haben."

An die anwesenden Politiker appellierte Ajla Kurtović, dass die Umstände der Tat restos aufgeklärt werden und daraus Lehren gezogen werden.

Hanau will ein Denkmal für die Ermordeten errichten

Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky versprach, dass die Namen der Opfer "fortan unauslöschbar zum kollektiven Gedächtnis unserer Stadt gehören". Hanau wolle bald mit einer Gedenkstätte an sie erinnern und verleihe ihnen posthum die goldene Ehrenplakette von Hanau.