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Radioaktive Autobahn im Bau? Moskaus Straßenprojekt über kontaminiertem Gebiet

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Radioaktive Autobahn im Bau? Moskaus Straßenprojekt über kontaminiertem Gebiet
Copyright  Kirill KUDRYAVTSEV / AFP
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Abfälle aus der Zeit vor Tschernobyl

Über einem Hügel Moskaus soll schon bald eine neue Autobahn entstehen. Für einige Aktivistinnen und Aktivisten vor Ort gibt es dabei ein Problem: Ihre Dosimeter zeigt eine erhöhte Gammastrahlung unterhalb der Erdoberfläche des Hügels an. Hier lagern radioaktive Abfälle aus der Zeit vor Tschernobyl. Die Aktivisten blockieren deswegen die Einfahrt für Baumaschinen in das Gebiet und überwachen es rund um die Uhr.

Wir versuchen, eine ökologische Katastrophe in Moskau zu verhindern.
Sergei Vlasov
Anwohner

Die Stadt Moskau erklärte, es gebe keine erhöhte Strahlung. In der Nähe wurde mit der Straßenkonstruktion bereits begonnen.

Große Gefahr durch Abtragung des Hügels

„Es ist radioaktiver Abfall. Ganz gleich, wie sie Pfeiler bauen, den Boden ausheben oder den Hügel abtragen- es ist unmöglich, einen Ausstoß von Erde und Staub in die Luft zu verhindern. Das ist von größter Gefahr“ so Andrei Ozharovsky, Atomphysiker und Aktivist.

Die Aktivisten fürchten gesundheitliche Schäden für Anwohnerinnen und Anwohner und fordern eine erneute Bewertung des Gebiets.

Bürgermeister spricht von „unbedeutenden Spuren einer Verseuchung“

Mit 28 Kilometern neuer Autobahn sollen zehn Vororte Moskaus direkt miteinander verbunden werden, um den Verkehr in der Innenstadt zu mindern. Die Infrastrukturen im Zentrum sind stark überlastet.

Moskaus Bürgermeister Sergueï Sobianine gab Ende Januar zwar erstmals zu, dass der Hang radioaktiven Abfall enthält, sprach dabei aber von „unbedeutenden Spuren einer Verseuchung“. Laut Greenpeace könnte sich der radioaktive Staub allerdings über „beträchtliche Entfernungen ausbreiten“.