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Deutschland startet großangelegte Corona-Antikörperstudien

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Deutschland startet großangelegte Corona-Antikörperstudien
Copyright  Santi Palacios/AP
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Beim Testen auf das Coronavirus gilt Deutschland in Europa als einer der Vorreiter. Laut Robert-Koch-Institut hat es bis zum 12. April rund 1,7 Millionen Labortests gegeben.

Wie viele Menschen sind immun?

Dennoch ist nach wie vor völlig unklar, wie hoch die Dunkelziffer ist. Eine große Antikörperstudie soll nun Zahlen liefern. Sie soll zumindest eine ungefähre Antwort auf die Frage geben, wie viele Menschen in Deutschland bereits immun sind.

Doch nicht jeder wird getestet. Wurde der Erreger schon nachgewiesen, macht ein Immunitätstest keinen Sinn. Er richtet sich vor allem an Patienten, die nur leichte Symptome hatten und nicht getestet wurden – oder auch an Risikogruppen wie Krankenausmitarbeiter, die sich angesteckt haben könnten, ohne es zu bemerken.

Die Berliner Ärztin Ulrike Leimer-Lipke erklärt: „Man sollte etwa vier Wochen vorher Symptome gezeigt haben, damit der Test sinnvoll ist. Die Antikörper brauchen relativ lange. Wenn Sie letzte Woche Symptome hatten, werden Sie jetzt noch keine Antikörper haben.“

Insbesondere für Menschen, die alte oder kranke Menschen pflegen, sei es sehr wichtig, zu wissen, ob sie eventuell schon immun sind.

Mehrere Studien geplant

Doch fehlerfrei sind die Tests nicht. Sie schlagen teils auch bei anderen Coronaviren an. Die Verfahren werden aber weiter perfektioniert, bei einigen gelten die Ergebnisse inzwischen als zu 99 Prozent sicher.

Die Antikörperstudie in Deutschland ist eine weltweite Premiere. Am Anfang stehen Stichproben in Blutspendeeinrichtungen, sowie in Hotspots wie Heinsberg und München. Eine bundesweite Studie soll folgen. Geplanter Beginn: Mitte Mai.