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Covid-19 in Italien: Neapel weiß wie's geht

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Covid-19 in Italien: Neapel weiß wie's geht
Copyright  Salvatore Laporta/AP2009
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Die Lombardei im Norden Italiens ist die am schwersten von Covid-19 betroffene Region des Landes. Mehr als 12.000 Menschen sind bisher gestorben. In Kampanien an der Westküste hingegen nur 300. Auch die Infektionsrate liegt deutlich unter der in der Lombardei. In der Hauptstadt Neapel wurden seit Montag keine neuen Todesfälle oder Infektionen registriert.

Forschung: vielversprechender Wirkstoff

Kampanien ist ein Vorreiter bei der Suche nach einem wirksamen Medikament gegen Covid-19. Das Pascale Forschungszentrum treibt eine Versuchsreihe voran. Der Wirkstoff Tocilizumab wird üblicherweise eingesetzt, um rheumatische Arthritis zu heilen.

Die Ergebnisse haben überall auf der Welt für Interesse gesorgt. Der Wirkstoff wurde seither fester Bestandteil internationaler Studien.

"Wir sind in Kontakt mit unseren Freunden in den USA aber auch mit Kollegen aus anderen europäischen Ländern, die an unseren Erfahrungen interessiert sind. Jeden Tag erreichen uns Anrufe aus aller Welt", so Dr. Paolo Ascierto, Leiter Abteilung für onkologische Immuntherapy IRCCS "Pascale".

Klinkbau in nur 30 Stunden

Auf dem Gelände des Ospedale del Mare ist eine Intensivstation mit 72 Betten entstanden. Die Station aus Fertigbauteilen stand nach nur 30 Stunden.

Das Epizentrum des Kampfes gegen das Coronavirus in Kampanien aber ist das Cotugno Krankenhaus in Neapel. Die Klinik gilt als der sicherste Ort für medizinisches Personal in Italien. Dort wurden bisher lediglich zwei Mitarbeiter mit dem Virus angesteckt.

Dr. Maurizio Di Mauro ist Generaldikretor der Klinik: "Wir haben hier ein auf Infektionen spezialisiertes Krankenhaus, schon immer. In der Vergangenheit waren wir mit Cholera und SARS konfrontiert. Daher sind wir ein eingespieltes Team, in der Vorbereitung und auch im korrekten Umgang mit der Schutzausrüstung."

Kampanien: Vorbild für ganz Italien

Innerhalb von zehn Tagen wurde die Klinik in ein Covid-19-Zentrum umgewandelt. Zusätzliche einhundert Betten wuden in einem neuen Flügel des Gebäudes untergebracht. Euronews-Reporter Luca Palamara war vor Ort: "Die Ärzte in dieser Klinik haben bewiesen, dass es möglich ist, die Mitarbeiter vor dem Virus zu schützen. Alles was man braucht ist die richtige Ausrüstung und eine genaue Umsetzung der Regeln. Anders als andere Kliniken im Norden Italiens hat man dem Virus hier standgehalten. Die Region, in der im 10. Jahrhundert die erste medizinische Fakultät Europas gegründet wurde, zeigt dem Rest des Landes noch immer wie es geht."