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Eine warme Mahlzeit am Tag: Hilfe für alte Menschen in Venezuela

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Bewohnerinnen von Petare, einer armen Vorstadt von Caracas
Bewohnerinnen von Petare, einer armen Vorstadt von Caracas   -   Copyright  Matias Delacroix/ Associated Press
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Eine warme Mahlzeit am Tag: In Venezuela ist das für viele nicht selbstverständlich, erst Recht nicht während der Corona-Pandemie. In Caracas liefern Freiwillige deswegen Essen aus - per Motorrad, Auto oder Fahrrad bringen sie es direkt vor die Tür.

Die Initiative "Gute Nachbarschaft" kümmert sich um alte Menschen, die wegen der Pandemie das Haus nicht verlassen sollten. "Angefangen hat es mit einer Tüte mit einer Kleinigkeit zu essen und Wasser", erklärt die Gründerin Veronica Gomez. "Heute sind es 500 Mahlzeiten für fünf Mittagessen pro Woche pro Person, die von unseren Köchen zubereitet werden."

Die alten Menschen sind nicht unbedingt arm, aber allein, entweder, weil sie keine Kinder haben oder weil diese wegen der Wirtschaftskrise im Land ausgewandert sind.

4,9 Millionen VenezolanerInnen sind laut UN wegen der Armut im Land seit 2015 ausgewandert. Die daheimgebliebenen Familien sind oft auf das Geld angewiesen, das die MigrantInnen verdienen. Doch das bleibt wegen der Corona-Krise jetzt oft aus, so Provash Budden von der Hilfsorganisation Mercy Corps: "Es gibt viele, die in Kolumbien, Peru und Ecuador schwarz arbeiten und jetzt arbeitlos sind und kein Geld mehr schicken können. Sie sind also doppelt getroffen, weil sie selbst überleben müssen und trotzdem weiter versuchen, ihre Familien zu unterstützen."

Venezonalische MigrantInnen zu Fuß auf dem Weg nach Hause

Tausende VenezolanerInnen haben sich deswegen bereits wieder auf den Heimweg gemacht. Die kolumbianische Regierung brachte MigrantInnen mit Bussen an die Grenze, doch viele laufen auch zurück - trotz Wegelagerern, extremen Temperaturen und ohne Schutz vor dem Virus.