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Covid-19: Baptisten bedauern gemeinsames Singen ohne Maske

Frankfurt
Frankfurt   -   Copyright  Michael Probst/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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Nach mindestens 107 Infektionen mit dem Coronavirus unter Mitgiedern der Baptistengemeinde in Frankfurt hatten die Verantwortlichen erklärt, alle Corona-Regeln seien eingehalten worden. Es gab Hinweisschilder zum Abstandhalten und Desinfektionsmittel. Inzwischen informiert das Gebetshaus in Frankfurt-Rödelheim im Internet über die Covid-19-Fälle - und offenbar gibt es angesichts der vielen Ansteckungen einige Reue.

So steht in dem Informationsschreiben: "Wir sind tief bestürzt und traurig, dass die Infektion Eingang in die Gemeinde gefunden hat und sich mit einer starken Dynamik verbreitete." Die Gemeinde erklärt auch: "Im Nachhinein betrachtet wäre es für uns angebracht, beim Gottesdienst Mund-Nasen-Schutz-Bedeckungen zu tragen und auf den gemeinsamen Gesang zu verzichten. Da es in der Gemeinde viele Familien mit fünf und mehr Kindern gibt, nimmt die Anzahl der Ansteckungen zu Hause weiter zu. Die Betroffenen sind in häuslicher Quarantäne."

Tatsächlich schreiben die hessischen Coronavirus-Regeln keinen Mund-Nasen-Schutz für Gottesdienste vor. Einige Kirchen haben die Maskenpflicht aber von sich aus eingeführt.

Die Baptistengemeinde schreibt auch: "Da es in der Gemeinde viele Familien mit fünf und mehr Kindern gibt, nimmt die Anzahl der Ansteckungen zu Hause weiter zu. Die Betroffenen sind in häuslicher Quarantäne." Unter den Infizierten ist auch ein Kind, das im Wetteraukreis in der Notbetreuung eines Kindergartens war. Offenbar hat das Kind dort aber niemanden angesteckt.

Massive Verbreitung des Coronavirus beim Singen

Schon in den USA hatte es ein Beispiel dafür gegeben, dass sich das Coronavirus beim Singen besonders extrem verbreitet. In einem Chor in Skagit im US-Bundesstaat Washington hatte schon im März ein an Covid-19 erkranktes Chormitglied mindestens 53 weitere Personen angesteckt.

Inzwischen sind laut Medienberichten zwei Patienten gestorben. In einigen Berichten war von einem "Superspreader" die Rede, der das Virus verbreitet hatte. Mindestens 87 Prozent der Chormitglieder wurden infiziert.

Inzwischen wird aber von vielen Experten vor der Verbreitung durch Aerosole - d.h. durch Atemnebel bzw. kleine Tr¨¨opfchen in der Luft - gewarnt.

Die britische Zeitung Daily Mirror geht sogar davon aus, dass Singen im Chor und gemeinsames Fitnesstraining für 80 Prozent alle Ansteckungen mit SARS-CoV-2 verantwortlich sein könnten.