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Alarmierende Zahlen: Droht Südkorea eine zweite Corona-Welle?

Massenhaftes Testen: Das Gesundheitspersonal von Goyang macht eine Pause.
Massenhaftes Testen: Das Gesundheitspersonal von Goyang macht eine Pause.   -   Copyright  Ahn Young-joon/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
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Steht Südkorea vor einer zweiten Covid-Welle? Die Zahlen deuten darauf hin, obwohl sich das asiatische Land so gut von der Corona-Krise erholt hatte.

Doch nun melden die Gesundheitsbehörden für diesen Donnerstag den höchsten Anstieg von Neuinfektionen seit dem 5. April, also seit fast zwei Monaten.

So wurden soeben 79 neue Kontaminationen innerhalb von 24 Stunden gezählt, womit sich die jüngste Bilanz der im Land registrierten Fälle auf 11.344 beläuft. Die Mehrheit kam aus dem riesigen und dicht besiedelten Ballungsgebiet der Hauptstadt Seoul.

Zahlreiche Infektionen bei einem Unternehmen

Der größte Infektionsherd lag in einem Lagerhaus einer Online-Handelsfirma, der Firma Coupang, die ihren Sitz in Bucheon, westlich von Seoul, hat. 69 der 79 Personen, die sich in Südkorea mit dem neuen Coronavirus infiziert haben, sind nach Angaben des Zentrums für Seuchenkontrolle und -vorbeugung in den Räumlichkeiten des Unternehmens tätig oder waren vor kurzem dort.

Eine alarmierende Bilanz, denn täglich halten sich fast 4.100 Mitarbeiter die verdächtigen Lager. Sie alle befinden sich derzeit in Quarantäne. Achtzig Prozent von ihnen seien bereits getestet worden, sagte der stellvertretende Gesundheitsminister Kim Gang-lip, "und es ist noch nicht klar, wann die Ergebnisse veröffentlicht werden."

Der Vizeminister zeigt sich kaum optimistisch angesichts der kommenden Entwicklungen:

Wir gehen davon aus, dass die Zahl der Fälle in Zusammenhang mit den Lagern weiter steigt, während wir die Tests zu Ende führen.

Ein Erfolgsmodell mit Kratzern

Südkorea wurde wiederholt als beispielhaft zitiert, wenn es um den erfolgreichen Kampf gegen das Coronavirus geht. Das Land war zu Beginn der Pandemie nach China am zweitstärksten betroffen.

Durch strikte Abstandsregeln, umfangreiches Testen und das Nachverfolgen von Kontakten konnte der Ausbruch aber unter Kontrolle gebracht werden. Die Zahl der Neuinfektionen ging deutlich zurück - vorläufig.

Der neue Anstieg ist ein Entwicklung, die auch in Europa genau verfolgt wird.