Der Generalbundesanwalt hat Anklage im Fall des Mordes an einem Georgier im Berliner Tiergarten erhoben. Russland wird verantwortlich gemacht - ein weiterer Belastungstest für die Beziehungen zwischen Berlin und Moskau.
Nach dem Mord im Tiergarten im vergangenen August hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen einen Russen erhoben.
Das Opfer war ein Tschetschene mit georgischer Staatsangehörigkeit, der von einem Fahrrad aus mit Schüssen in Kopf und Rücken getötet wurde.
Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass es sich bei der Tat um einen russischen Auftragsmord handelt.
Demnach war das Tatmotiv die Gegnerschaft des Opfers zum russischen Zentralstaat, zu den Regierungen der Autonomen Teilrepubliken Tschetschenien und Inguschetien sowie zur pro-russischen Regierung Georgiens.
Der Tatverdächtige war noch am selben Tag gefasst worden. Gegen ihn erwirkte die Anklagebehörde im Februar einen eigenen Haftbefehl.
Nach Angaben der Behörde hielt sich der Russe seit Ende 2016 als Asylbewerber in Deutschland auf.
Der Kreml weist jede Verantwortung von sich. Der mutmaßliche Auftragsmord hatte erhebliche diplomatische Verwerfungen zwischen Deutschland und Russland ausgelöst. Die Bundesregierung behält sich weitere Maßnahmen vor.