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Weltflüchtlingstag: UNHCR-Chef Grandi zur Situation der 79,5 Millionen Vertriebenen

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Weltflüchtlingstag: UNHCR-Chef Grandi zur Situation der 79,5 Millionen Vertriebenen
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Laut UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) flohen im vergangenen Jahr 79 Millionen Menschen vor Krieg und Verfolgung. Das ist Rekord seit Gründung des Flüchtlingshilfswerks vor 70 Jahren.

Zum heutigen Weltflüchtlingstag haben wir darüber mit UNHCR-Chef Filippo Grandi gesprochen: "Die meisten dieser Millionen Menschen fliehen vor Konflikten" so Grandi. "Es gibt neue Konflikte und alte, die seit Jahrzehnten andauern, wie in Afghanistan oder Somalia, ohne dass eine Lösung in Sicht ist."

68 Prozent der Vetriebenen kommen aus nur fünf Ländern: Syrien, Venezuela, Afghanistan, Südsudan und Myanmar. 40 Prozent sind Kinder.

Die Corona-Pandemie trifft die Flüchtlinge besonders hart, so Grandi: "Die meisten der Menschen sind auf Tagelöhne angewiesen, auf instabile Einkommen, die informelle Wirtschaft. Während einer Ausgangssperre gibt es das alles nicht. Die Maßnahmen sind zwar notwendig, aber die Auswirkungen auf den Lebensunterhalt dieser Menschen sind verheerend."

Grandi: Europa wieder einmal gescheitert

"Die Krise hat wieder einmal gezeigt, dass Europa nicht in der Lage ist, mit diesen Bevölkerungsbewegungen umzugehen", so Grandi weiter. "Denn darauf kann man nur vereint reagieren, indem man sich die Last und die Verantwortung teilt. Indem man, wenn ein Boot ankommt, die AsylbewerberInnen über ein System auf dem Kontinent verteilt. Wir haben wieder einmal erlebt, wie Schiffe im Mittelmeer umher schwammen, schwierige Verhandlungen, die über Tage andauerten, das Elend der MigrantInnen vergrößerten und eine politische Rhetorik begünstigen, die denen in die Hände spielt, die die Situation für sich nutzen."

Grandis Appell an den UN-Sicherheitsrat