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R-Wert in Deutschland bei 2,76 - RKI will Coronavirus-Lage "beobachten"

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Konzert zur Sommersonnenwende im Mauerpark in Berlin, Montag 21.06.2020
Konzert zur Sommersonnenwende im Mauerpark in Berlin, Montag 21.06.2020   -   Copyright  Markus Schreiber/AP
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Steigen die Fallzahlen in Deutschland generell? Um dieser Frage nachzugehen, muss die Lage weiter vorsichtig beobachtet werden, wie das RKI mitteilte. Der erhöhte R-Wert, also die Zahl, die angibt, wie viele Neuinfektionen von einer am Coronavirus erkrankten Person ausgehen, sei nach wie vor auf lokale Ausbrüche zurückzuführen.

Am Dienstagmorgen sagte Professor Wieler, Chef des Robert-Koch-Institut, dass aus vielen Kreisen keine oder nur sehr wenige Fälle übermittelt wurden. 137 Land- und Stadtkreise haben zuletzt keine neuen Infektionen gemeldet.

Der R-Faktor liege seit einigen Tagen zwischen 2 und 3, was auf lokale Ausbruchsgeschehen zurückzuführen ist. "Es könnten auch andere Gründe sein", sagte Wieler. Das werde vom RKI interpretiert, aber er schätze, dass es auf die Massenausbrüche zurückzuführen sei.

Die Maßnahmen in Deutschland hätten gut gewirkt, gegriffen und das sei vor allem auf die Kooperation der Bevölkerung zurückzuführen.

"Wir müssen weiter achtsam sein", wenn man dem Virus die Chance gebe, sich auszubreiten, dann werde es das tun, so Wieler.

Todesfälle gingen weiter zurück und auch die Krankenhauskapazitäten seien ausreichend.

Tests in Deutschland

In Deutschland gebe es große Testkapazitäten, so Wieler. Negative Tests dürften nur als Momentaufnahme betrachtet werden. Eine negativ getestete Person könne sich nicht in Sicherheit wähnen, nicht vielleicht trotz negativem Test infiziert zu sein. Auch schütze der negative Test natürlich nicht vor einer zukünftigen Ansteckung. Daher müssten weiter die Abstandsregelungen und Hygienehinweise beachtet werden, bat Wieler.

R-Wert zwischen 2 und 3

In einer Lageeinschätzung, veröffentlicht am Montagabend, schätzt das RKI den 4-Tage-R-Wert auf 2,76 (2,10 – 3,42), für die letzten 7 Tage liegt die statistisch bereinigte Reproduktionszahl demnach geschätzt bei 1,83 (1,51 – 2,17).

Allerdings ist zu bedenken, dass auch am Montag einige Bundesländer keine neuen Fälle an das RKI gemeldet haben. Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, das Saarland und Sachsen haben keine neuen Infektionen an das RKI gemeldet. Das muss nicht heißen, dass es keine gab. Allerdings sind die Abläufe beim Testen, an das Gesundheitsamt melden und die anschließende Übermittlung an das RKI meist verzögert.

Zudem ist der Anstieg des R-Werts laut Situationsbericht auf mehrere Cluster zurückzuführen. Dazu zählt weiter der Massenausbruch in den Landkreisen Gütersloh und Warendorf in einem fleischverarbeitenden Unternehmen.

Vor allem wenn es generell wenige Neuansteckungen gibt, haben größere lokale Ausbrüche einen stärkeren Einfluss auf den R-Wert.

In Göttingen haben nach Angaben das RKI wohl private Familienfeiern zu einem Anstieg der Infektionszahlen geführt. Und Veranstaltungen von Religionsgemeinschaften haben in Berlin Neukölln und Orten in Hessen und Mecklenburg-Vorpommern zu Coronavirus-Ausbrüchen geführt.

Grund zur Panik gibt es laut Robert-Koch-Institut aber nach wie vor nicht. In dem Bericht, der am Montagabend veröffentlicht wurde, heißt es erneut, dass die Fallzahlen in Deutschland insgesamt auf niedrigem Niveau liegen, und lokalen Ausbrüche den Wert der Reproduktionszahl relativ stark beeinflussen.

"Die weitere Entwicklung muss in den nächsten Tagen beobachtet werden, insbesondere in Bezug auf die Frage, ob es auch außerhalb der beschriebenen Ausbrüche zu einem Anstieg der Fallzahlen kommt."

Aktuell wurden in Deutschland insgesamt 190.359 Sars-CoV-2 Infektionen erfasst, 8.885 Menschen sind an Covid-19 gestorben.