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Sizilien: Coronavirus bringt Migranten in Bedrängnis

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Quarantäne im Hafen von Porto Empedocle
Quarantäne im Hafen von Porto Empedocle   -   Copyright  euronews
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Die Covid-19-Pandemie hat das Verhältnis zwischen den Hilfsorganisationen im Mittelmeer und den zuständigen Behörden noch komplizierter gemacht.

Am späten Donnerstag wurde ein Crewmitglied auf der "Sea Watch 3" auf das Virus getestet. Der Test fiel negativ aus. Zu diesem Zeitpunkt lag das Schiff vor Porto Empedocle. Die örtlichen Behörden sind alarmiert.

Erst vor wenigen Tagen waren 28 aus dem Mittelmeer geborgene Migranten positiv getestet worden. Die Debatte um die gesundheitliche Sicherheit an Bord und in den Häfen dauert an.

Die Regierung hat ein Schiff zur Verfügung gestellt, das nun als Zufluchtsort für Migranten dient. Sie verbringen hier ihre Quarantäne. Das italienischen Rote Kreuz ist für ihre medizinische Versorgung verantwortlich.

Rotes Kreuz versorgt Menschen in Quarantäne

“Das Schiff ist in drei Zonen unterteilt. Dort, wo die Menschen leben, ist die rote Zone. Alle Sicherheitsmaßnahmen werden eingehalten. Die Migranten werden je nach Datum ihrer Ankunft in Quarantänegruppen unterteilt", so Francesca Basile vom Roten Kreuz.

Politiker der italienischen Opposition haben ihre eigene Sicht auf die Angelegenheit, so auch Matteo Salvini und seine Partei.

Und das denken die Bewohner des Ortes darüber.

Bewohner sind beunruhigt

"Ich sorge mich um die Menschen. Sie werden gerettet, kommen hierher und stecken sich dann an", so ein Einwohner. Und ein anderer sagt: "Wir haben ja gerade so den großen Ausbruch hinter uns gebracht. Und hier hatten wir nur wenige bestätigte Fälle. Wir fühlen uns frei - und genau dann müssen wir uns mit diesen neuen Fällen beschäftigen." Eine Frau aus dem Ort spielt auf die Touristen an: “Das Virus könnte auch durch Touristen verbreitet werden. Aber die Touristen lassen Geld hier wenn sie kommen. Die Migranten werden als Problem wahrgenommen."

"Jemand muss die Verantwortung übernehmen"

Auch die Bürgermeisterin von Porto Empedocle, Ida Carmina, ist besorgt: “Die Gemeinde ist sehr beunruhigt. Überall sind soziale Spannungen zu spüren. Diesen Preis können wir nicht zahlen. Jemand muss die Verantwortung übernehmen falls etwas passiert."

Euronews-Reporterin Giorgia Orlandi hat sich vor Ort ein Bild gemacht:

"Ein unglücklicher Zeitpunkt für diesen Ausbruch. Im Unterschied zu Salvini bemüht sich die Regierung, den Schiffen der Hilforganisationen die Anladung zu erleichtern. Zu allererst aber ist dies ein Problem der Europäischen Union. Seine Lösung wird davon abhängen, wie sehr man sich in Europa verantwortlich fühlt für diese Menschen."