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„Im Abwasser erkennen, was das Coronavirus in der Bevölkerung macht“

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Arbeiter in einem Klärwerk
Arbeiter in einem Klärwerk   -   Copyright  AP Video screen shot
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Auf der Suche nach Möglichkeiten, die Ausbreitung eines Virus frühzeitig zu erkennen und entsprechend rasch Gegenmaßnahmen einzuleiten zu können, nimmt die Forschung das Abwasser in den Blick. Im KWR-Wasserforschungsinstitut in Amsterdam werden Proben genommen und auch auf Spuren des Coronavirus untersucht.

Gertjan Medema, Mikrobiologe am KWR-Institut, erläutert: „In mehreren Fällen haben wir das Virus sogar gefunden, bevor die ersten Ansteckungen gemeldet wurden. (...) Wir können im Abwasser erkennen, was das Virus in der Bevölkerung macht: Ob seine Ausbreitung zurückgeht, was wir in mehreren Städten gesehen haben. Aber es gibt auch Anzeichen, dass die Ausbreitung nicht weiter zurückgeht.“

In mehreren Fällen haben wir das Virus sogar gefunden, bevor die ersten Ansteckungen gemeldet wurden.
Gertjan Medema
Mikrobiologe am KWR-Institut

Welche Stadtteile sind besonders betroffen?

Bei zahlreichen Menschen, die an Covid-19 erkrankt waren, wurden Genspuren des Coronavirus in Stuhlproben gefunden. Beim Toilettengang landen die Spuren im Abwasser. Die Forscher hoffen, durch eingehende Untersuchungen ausfindig machen zu können, wo der Erreger besonders häufig auftritt.

„Je mehr Menschen angeschlossen sind und je mehr Abwasser von verschiedenen Haushalten zusammenkommt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, etwas zu finden. Wir beginnen im Klärwerk, in dem alles zusammenkommt“, so Hauke Harms vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. „Wenn wir genug Menschen in einem bestimmten Viertel oder einem bestimmten Stadtteil haben, dann können wir auch dort untersuchen, wo dieses Wasser zusammenfließt, und etwas mehr über die Lage an bestimmten Orten einer Stadt sagen“, sagt Harms.

Nicht nur in Deutschland und den Niederlanden werden Abwasserproben genommen, sondern im Rahmen eines EU-Projektes auch in weiteren europäischen Ländern. Das Abwasser enthalte weitaus mehr Informationen über die Bevölkerung als gemeinhin bekannt, sagen die Fachleute.