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Calais: Schluss mit den wilden Flüchtlingslagern

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Calais: Schluss mit den wilden Flüchtlingslagern
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In der französischen Hafenstadt Calais hat die Polizei mit der Räumung von ungenehmigten Flüchtlingslagern begonnen. In Calais halten sich viele Menschen auf, die auf eine Gelegenheit warten, den Ärmelkanal zu überqueren, um nach Großbritannien zu gelangen.

Nach Angaben der Polizei handelt es sich in der Stadt um den größten Einsatz seit der Auflösung des Flüchtlingslagers „Der Dschungel“ vor vier Jahren.

Menschenrechtler halten Polizeieinsatz für sinnlos

Die Menschen, die zuletzt in Calais kampierten, wurden in reguläre Flüchtlingsunterkünfte in der Region Pas-de-Calais und drumherum gebracht. Menschenrechtsgruppen halten das Vorgehen der Polizei für sinnlos und gehen davon aus, dass in Kürze erneut Menschen in Calais ihr Lager aufschlagen werden.

Das ist das Ausnutzen menschlichen Leids.
Louis Le Franc
Präfekt von Pas-de-Calais

Louis Le Franc, Präfekt der Region Pas-de-Calais, erläutert: „Die Meeresüberquerungen sorgen bei Menschenschmugglern für Goldgräberstimmung. Von einem Migranten, der mit seiner Hilfe das Meer überqueren will, fordert ein Schlepper bei gutem Wetter 7000 und bei schlechtem Wetter 3000 Euro. Ich weiß nicht, wie sie das machen, um an das Geld zu kommen. Das ist das Ausnutzen menschlichen Leids. Es ist ganz wichtig, die Strukturen der Menschenschmuggler zu zerstören."

Die Zahl der Menschen, die die Überfahrt von Calais nach Großbritannien wagten, ist in diesem Jahr stark gestiegen. Die britische Regierung wirft Frankreich vor, in nicht ausreichender Weise gegen illegale Grenzübertritte vorzugehen.