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Graubünden: Wind weht Pestizide aus Südtirol herüber

Äpfel
Äpfel Copyright Tomas F. Cuesta/Copyright 2019 The Associated Press. All rights reserved.
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Von euronews
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Eine Untersuchung zeigt, wie Pflanzenschutzmittel auch dort landen, wo sie nicht landen sollen.

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Wenn in der Landwirtschaft Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, landen diese nicht nur dort, wo sie hinsollen. Das Amt für Natur und Umwelt im Schweizer Kanton Graubünden machte die Probe aufs Exempel im Rahmen der Untersuchung „Vom Winde verweht – Messung von Pflanzenschutzmitteln in der Luft im Münstertal (2019)“, die nun veröffentlicht wurde.

Auch Biosphärenreservat Münstertal betroffen

Gemessen wurde die Pestizidbelastung im Münstertal, und zwar an mehreren Orten, die mal mehr, mal weniger dicht an intensiv bewirtschafteten Anbauflächen liegen. Auch das Biosphärenreservat Münstertal ist betroffen. Die Auswertung der 2019 durchgeführten Untersuchung ergab, dass „Pestizide, welche beim Obstanbau im Vinschgau eingesetzt werden, durch den Wind bis nach Valchava getragen werden“. Der Ort liegt rund sechs Kilometer von der Grenze zwischen Graubünden und Südtirol entfernt. Rund 5200 Hektar werden im Vinschgau für den Anbau von Äpfeln genutzt.

Mit zunehmender Entfernung vom Vinschgau nehme die Pestizidbelastung aber rasch und deutlich ab, heißt es im Untersuchungsbericht des Bündner Amtes für Natur und Umwelt.

„Viele der Mittel gelten als krebserregend“

Der Schweizer Umweltschutzgruppe Pro Natura zufolge schaden Pestizide nicht nur der Pflanzen- und Tierwelt, sondern können auch gesundheitsgefährdend für den Menschen sein. Pro Natura rechnet vor, dass jeder Mensch in der Schweiz im Jahr durchschnittlich mindestens zehn Gramm Gift zu sich nimmt. In Frankreich ist bei Landwirten, die lange diese Stoffe einsetzten, Parkinson als Berufskrankheit anerkannt. Pestizide geraten laut dem Amt für Natur und Umwelt im Schweizer Kanton Graubünden „als Rückstände in Lebensmitteln, Kleidungsstücken, im Wasser oder bei der Verbreitung in der Luft [...] in unsere Körper. Viele der Mittel gelten als krebserregend, verändern das Erbgut, greifen ins Hormonsystem ein oder lösen Fruchtbarkeitsstörungen aus. Pestizide, die im Boden nicht abgebaut werden, landen im Grundwasser“.

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