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In ganz Deutschland: Beherbergungsverbote für Reisende aus Risikogebieten

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Teststelle in Berlin
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In Deutschland hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus erneut einen Spitzenwert erreicht. Laut Robert-Koch-Institut meldeten die Gesundheitsämter am Dienstag 2828 Neuinfektionen. Erstmals war die Zahl der täglichen Neuinfektionen am Freitag über den Höchstwert von April gestiegen.

Deutschlandweit "Beherbergungsverbote"

Auf einer Schaltkonferenz der Chefs der Staatskanzleien der Länder mit Kanzleramtschef Helge Braun ist an diesem Mittwoch ein Beherbergungsverbot für Einreisende aus innerdeutschen Risikogebieten beschlossen worden. Das hat die Nachrichtenagentur dpa erfahren.

Zuvor gab es Streit um die "Beherbergungsverbote" in mehreren Bundesländern. Dieses bedeutet, dass die Hotels und andere kommerzielle Zimmervermieter keine Personen aus Risikogebieten mehr aufnehmen dürfen. Das gilt auch für Einreisende aus innerdeutschen Risikogebieten - dazu gehören mehrere Berliner Bezirke mit hoher Zahl an Neuinfektionen wie Neukölln und Mitte.

Berlins Nachbarbundesland Brandenburg hatte präzisiert, dass das Beherbergungsverbot dort erst in Kraft tritt, wenn der ganze Stadtstaat Berlin zum Risikogebiet erklärt wird. In der Erklärung der Landesregierung zu den neuen brandenburgischen Regeln steht "beim Beherbergungsverbot von Gästen aus innerdeutschen Risikogebieten: Stadtstaaten wie Berlin werden als Einheitsgemeinde betrachtet. Das bedeutet: Erst, wenn die Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen im gesamten Stadtstaat überschritten wird, greift das Beherbergungsverbot in Brandenburg."

Alle, die aus einer innerdeutschen Risikoregion nach Rheinland-Pfalz kommen, müssen sich unverzüglich nach der Einreise nach Hause oder in eine andere geeignete Unterkunft in eine 14-tägige Quarantäne begeben.

Beherbergungsverbote für Einreisende auch aus innerdeutschen Risikogebieten galten schon zuvor in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Hessen, NRW, Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Viele Hoteliers vermitteln ihre Gäste an Corona-Teststellen, allerdings befreien nicht überall negative Tests vom Beherbergungsverbot. Hoteliers versichern, sie könnten die Hygienekonzepte umsetzen und auch Gäste aus Risikogebieten aufnehmen.

Was mit Menschen passiert, die aus Risikogebieten nach Deutschland einreisen und sich ab dem 15. Oktober vor einem Test fünf Tage in Quarantäne begeben sollen, ist nicht wirklich geklärt.

Stadt Bremen jetzt auch Risikogebiet

In acht Landkreisen beziehungsweise Städten liegt die 7-Tage-Inzidenz über dem vom Robert-Koch-Institut als kritisch definierten Wert, der bei 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner liegt. Erstmals wurde der Wert am Mittwoch in der Stadt Bremen überschritten.

Die Inzidenz sagt aus, wie viele Menschen innerhalb der vergangenen Woche pro 100.000 Einwohner neu an Corona erkrankt sind.

Betroffen sind die Städte Hamm und Remscheid in Nordrhein-Westfalen. In Hamm lief eine Großhochzeit aus dem Ruder, in Remscheid ist der Grund für die relativ starke Ausbreitung des Virus nicht bekannt. Auch betroffen ist der Landkreis Vechta in Niedersachsen, dort gab es einen Ausbruch in einem Altersheim. Zudem wurde die kritische Inzidenz in den vier Berliner Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg, Tempelhof-Schöneberg, Mitte und Neukölln überschritten. Als Ursache werden private Feiern vermutet. Um Alkoholkonsum und Regelbrüchen entgegenzuwirken gilt in der deutschen Hauptstadt ab Samstag eine nächtliche Sperrstunde für Kneipen, Restaurants und Läden. Zudem dürfen sich höchstens fünf Personen aus zwei Haushalten nachts in der Öffentlichkeit aufhalten.

Zudem haben die Länder ein bundesweites Beherbergungsverbot für Urlauber aus den inländischen Risikogebieten beschlossen. Zuvor galt dies bereits in einzelnen Bundesländern.

In Deutschland ist die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat erneut einen Spitzenwert erreicht. Laut Robert-Koch-Institut meldeten die Gesundheitsämter am Dienstag 2828 Neuinfektionen. Erstmals war die Zahl der täglichen Neuinfektionen am Freitag über den Höchstwert von April gestiegen.

In sieben Landkreisen liegt die 7-Tage-Inzidenz über dem vom Robert-Koch-Institut als kritisch definierten Wert 50.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat am Mittwochmorgen für Deutschland 2828 neue Coronavirus-Infektionen gemeldet. Das ist ein neuer Höchstwert seit April.

449 Covid-19-PatientInnen werden intensivmedizinisch behandelt, 219 davon werden beatmet. Vor einer Woche (29.9.) waren es 352 auf Intensivstationen - davon 195 beatmet. Etwa 8900 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

Die Zahl der Todesfälle liegt laut RKI bei 9562. Das sind 16 mehr als am Vortag.

Vom 28. September bis 4. Oktober haben sich laut RKI etwa 7,7 Prozent der Infizierten wahrscheinlich im Ausland angesteckt. Diese Zahl ist in den vergangenen Wochen ständig gesunken.

Zeit der Partys in Berlin vorbei

Besonders die Nachtcubs hätten Probleme bereitet, sagt Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci im Interview mit Berliner Medien zu den verschärften Regeln in der Hauptstadt. Nachts gibt es keine Partys mehr, aber auch keinen Verkauf, auch Spätis etc. müssen von 23 Uhr bis 6 Uhr früh geschlossen bleiben. "Aber insgesamt ist auch die Botschaft: Die Zeit der Geselligkeit ist vorbei. Die Lage in Berlin ist ernst.", sagte Kalayci.

Sorge in der Schweiz

Auch aus der Schweiz gibt es besorgte Stimmen zu den neuen Coronavirus-Zahlen. An diesem Mittwoch hat das Bundesamt für Gesundheit 1.077Neuinfektionen gemeldet.

Nun müssen auch in den Kantonen Bern und Zug beim Einkaufen Masken getragen werden. Die Maskenpflicht gilt laut Watson.ch in den Kantonen Zürich, Genf, Waadt, Basel-Stadt, Solothurn, Neuenburg, Freiburg, Jura, Wallis und Zug.

Der ehemalige Leiter der Corona-Taskforce, Matthias Egger, warnt vor einer Entwicklung in der Schweiz wie in den Niederlanden. Dort war die Zahl der Neuinfektionen plötzlich stark angestiegen. Egger meint: "Eine Maskenpflicht in öffentlichen Innenräumen wäre meines Erachtens spätestens jetzt in allen Kantonen sinnvoll".